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Beliebte Winterkleider

Bei uns in den Chalets ist eingebrochen worden. Viele Medienvertreter sind in Vanderbijlpark einquartiert, im gleichen Resort, wo das Schweizer Team im Hotel logiert. Und weil fast alle Journalisten mindestens zwei Tage wegen des Spanien-Spiels in Durban weilten, standen die Wohnungen leer. Die Einbrecher müssen das gewusst haben. Sie gingen zielstrebig vor und räumten vor allem warme Winterkleider in mitgebrachte Schachteln ein. In einer Wohnung standen die Kleider säuberlich zum Abtransport bereit, offenbar wurden die ungebetenen Gäste überrascht. Das war unser Glück, denn so waren nur jene Chalets betroffen, die ganz unten in der Anlage stehen. Das Chalet der Berner Zeitung und der «Südostschweiz» liegt relativ weit von den betroffenen Räumen entfernt, und als wir am Donnerstag aus Durban heimkamen, waren wir sehr froh, Winterkleider vorzufinden. Die Kälte dringt durch alle Ritzen. Häuser sind hier prinzipiell nicht isoliert, es ist ja auch nur eine sehr kurze Zeit kalt, aber unglücklicherweise ist das genau jetzt der Fall. Und so können die Temperaturen im Grossraum Johannesburg in der Nacht teilweise auf bis zehn Grad unter null fallen, während am Tag die Sonne für ein angenehmes Klima sorgt. So gesehen ist Chalet der richtige Ausdruck für unser durchaus gemütliches Zuhause. Es kann bitterkalt werden, man könnte manchmal meinen, das Chalet stehe irgendwo an einem Berghang im Engadin. Als wir jedenfalls vorgestern wieder unsere Zimmer betraten, war es da 11 Grad. 11 Grad! Mit Trainerjacke und Wintermantel, Mütze und Schal ausgerüstet und voll aufgedrehter, aber eher kläglicher Klimaanlage (32 Grad) schrieben wir unsere Texte. Aber wir wollen uns nicht beklagen. Land und Leute sind fantastisch, und die 0:3-Niederlage von Bafana Bafana gegen Uruguay hat vielleicht der WM-Begeisterung, nicht aber der Freundlichkeit der Südafrikaner geschadet. Und bei uns in der Anlage sind die ohnehin schon umfangreichen Sicherheitsvorkehrungen verstärkt worden. Die Personalien werden an zwei Kontrollstationen aufgenommen, und nun patrouillieren auch rund um die Uhr Polizisten auf der Gartenanlage. Der Härtetest steht bald bevor, wenn der Schweizer Medientross in Port Elizabeth am Chile-Spiel sein wird. Vielleicht sollten wir alle Winterkleider aus unserem WM-Basislager mitnehmen. Fabian RuchDer Autor ist akkreditierter WM-Journalist 0067299 in Südafrika. >

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