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Bau von Holzschnitzellagern im Wald soll möglich werden

In der Schweiz werden immer mehr Holzschnitzelheizungen installiert. Doch bei der Lagerung der Schnitzel gibt es Probleme.

Der Energieträger Holz ist als nachwachsende Ressource zur Gewinnung von Wärme immer mehr gefragt. In zahlreichen öffentlichen und privaten Bauten wurde in den letzten Jahren die bisherige Ölheizung durch eine moderne Holzschnitzelheizung ersetzt. Als CO2-neutraler und einheimischer Rohstoff eignet sich Energieholz in erster Linie in der Form von Holzschnitzeln. Doch für die Lagerung von diesen Schnitzeln benötigen die Betreiber von grossen Holzschnitzelheizungen genügend Lagerplatz. Oft reichen aber die Lagerkapazitäten bei den Schnitzelheizungen nur für zwei bis vier Wochen. Um den Nachschub zu gewährleisten, werden weitere Holzschnitzellager benötigt. Nach der heute geltenden Waldgesetzgebung können solche gedeckten Holzschnitzellager im Wald aber nicht in jedem Fall aufgestellt werden. Ökologisch nicht sinnvoll Das will der Oberländer SVP-Nationalrat Erich von Siebenthal ändern. Dazu reichte er gestern eine parlamentarische Initiative ein. Der Waldpolitiker will die Bestimmungen, welche den Bau von gedeckten Holzschnitzellagern im Wald «zu stark einschränken oder verhindern, lockern oder sogar aufheben. Es ist sinnvoller, wenn das Holz gleich vor Ort, das heisst noch im Wald, gehackt und gelagert werden kann», argumentiert von Siebenthal. Denn jeder zusätzliche Transport der Holzschnitzel zu Lagern ausserhalb des Waldes verursache unnötige Kosten und sei auch aus ökologischer Sicht nicht gut. Das Vorhaben des SVP-Nationalrates wird auch von Parlamentariern aus den Reihen von SP und CVP unterstützt. Anklang findet die parlamentarische Initiative auch beim Berner Regierungsrat Christoph Neuhaus, der für die Raumplanung im Kanton Bern verantwortlich ist. «Die Raumplanung kollidiert mit der Entwicklung bei den erneuerbaren Energien», sagt Neuhaus. Es sei dringend, dass das Raumplanungs- und Waldgesetz den heutigen Bedürfnissen angepasst werde. Sonst werde die Entwicklung von erneuerbaren Energien, wie die Nutzung von Holz, verhindert. Bau im Einzelfall möglich Lukas Bühlmann, Direktor der schweizerischen Vereinigung für Landesplanung VLP-Aspan, war nicht bekannt, dass das Bauen von gedeckten Holzschnitzellagern für die Waldwirtschaft ein Problem darstellt. Der Raumplanungsexperte schliesst aber nicht aus, dass der Bau von solchen Lagerplätzen im Einzelfall schon heute möglich wäre. Im August werde eine Arbeitsgruppe vom Bundesamt für Raumentwicklung sich mit all den Begehren, die das Bauen ausserhalb der Bauzone betreffen, beschäftigen. Die Problematik mit den Holzschnitzellagern im Wald gelte es dort zu diskutieren. Niklaus Bernhard>

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