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Banga: «Eine verpasste Chance»

Boris Banga zieht seine Ständeratskandidatur zurück. Das Vorgehen der SP bei der Nomination sei unprofessionell gewesen.

Dann warens nur noch zwei: Ein Tag nach dem Entscheid der SP-Geschäftsleitung, dem Parteitag für die Ständeratsersatzwahl einen Dreiervorschlag vorzulegen, zog Grenchens Stadtpräsident und alt Nationalrat Boris Banga wie erwartet seine Kandidatur zurück. Banga hatte von Anfang gesagt, er stehe der Partei nur dann zur Verfügung, wenn er als einziger Kandidat vorgeschlagen werde.Deutlich weniger klar war die Ausgangslage bei Nationalrätin Bea Heim (Starrkirch-Wil): Bis Mittwochabend wussten ihre Kollegen von der Geschäftsleitung nicht, ob sie sich nun der Wahl stellt oder nicht. Ihrem Entscheid ging ein langes Hin und Her voraus: Dem Vernehmen nach hat Bea Heim Mitte letzter Woche mehreren Parteiexponenten per E-Mail mitgeteilt, sie stehe als Kandidatin nicht zur Verfügung. Dies bestätigte Bea Heim gestern auf Anfrage: «Ich habe tatsächlich zunächst erwogen, auf eine Kandidatur zu verzichten.» Auf die Bitten mehrerer Genossen hin habe sie sich die Sache noch einmal überlegt und sich im Gespräch mit der Geschäftsleitung entschieden, sich der Partei zur Verfügung zu stellen. Heim will Brücken bauen Egal ob später Sinneswandel oder nicht: Bea Heim ist überzeugt, dass sie der SP Kanton Solothurn helfen kann, den Sitz von «Aschi» Leuenberger zu verteidigen: «Wenn sich die Partei für mich entscheidet, weiss sie, dass sie sich auf mich verlassen kann und jemanden in den Wahlkampf schickt, der sich engagiert, die Interessen unseres Kantons vertritt und Brücken über die Parteigrenzen hinweg baut.» Sie stehe bereit.Bangas KritikZurück zu Boris Banga: Dieser übt nach dem Entscheid der SP-Geschäftsleitung harsche Kritik. «Die Parteiführung hat eine Chance verpasst», so Banga. Drei Kandidaten ins Rennen zu schicken, sei kein Zeichen von Stärke. Im Gegenteil: «Es war von Anfang an klar, dass es eine schwierige Wahl werden wird. Da wäre es nötig gewesen, dass die Geschäftsleitung die Kandidaten kritisch überprüft, die Wahlchancen über die Parteigrenzen hinaus abschätzt und sich dann für den Besten oder die Beste entscheidet. Denn einer ist immer der Beste.» Mit diesem Vorgehen habe die Geschäftsleitung ihre Führungsaufgabe nicht wahrgenommen, so Banga. «Wenn die Credit Suisse einen neuen CEO wählt, wird den Aktionären auch nicht ein Dreiervorschlag gemacht, da findet vorgängig eine seriöse Evaluation statt.» Er hoffe jetzt, dass entweder Roberto Zanetti oder Bea Heim den Ständeratssitz für die SP halten können.

ST/phm

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