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Bald nur noch eine Feuerwehr?

Signau/BowilAlleine können kleinere Feuerwehren nicht überleben. Deshalb

Wenn es in Signau brennt, geht der Alarm automatisch auch zu den Feuerwehrmännern in der Nachbargemeinde Bowil – und umgekehrt. Bei den Übungen spannt man ebenso zusammen wie bei Bestellungen von Stiefeln, Helmen oder anderem Material. Mit anderen Worten: Schon jetzt sind die Feuerwehren Signau und Bowil verlobt. Bald wird daraus wohl eine Heirat. Denn die bernische Gebäudeversicherung stellt an ihre Feuerwehren künftig höhere Anforderungen. Bis Anfang 2013 zum Beispiel muss jedes Korps eine Wärmebildkamera, einen Überdrucklüfter und einen Rauchvorhang haben. Die Kosten allein für diese drei Geräte betragen mehrere zehntausend Franken. «Da muss man sich gut überlegen, ob es Sinn macht, all dies zweimal anzuschaffen, oder ob es doch gescheiter wäre, die beiden Feuerwehren ganz zusammenzuschliessen», sagt die Bowiler Gemeinderätin Barbara Schenk. «Emotionales Thema» Die Gemeinderäte von Bowil wie auch von Signau haben sich grundsätzlich für die Fusion ausgesprochen und eine gemeinsame Arbeitsgruppe ins Leben gerufen. Diese wird klären, wie der Zusammenschluss über die Bühne gehen soll: Ist ein Gemeindeverband oder ein Sitzgemeindemodell sinnvoller? Wie gross muss der Mannschaftsbestand sein, und wo braucht es Magazine? Frühestens im Winter 2011 oder im Frühjahr 2012 werden die beiden Gemeindeversammlungen dann über die Fusion abstimmen können. «Die Feuerwehr», sagt der Signauer Gemeindeschreiber Max Sterchi, «ist ein emotionales Thema.» Es sei durchaus möglich, dass etwa wegen der Distanz von Signau bis ins Chuderhüsi-Gebiet, dem äussersten Zipfel der Gemeinde Bowil, Kritik laut werde. «Deshalb muss nun gut abgeklärt werden, wie eine gemeinsame Feuerwehr organisiert würde.» Noch grossflächiger Vielleicht kommt es auch anders. Regierungsstatthalter Markus Grossenbacher lud die Behördenvertreter nämlich zu einem Treffen ein und erklärte ihnen die Idee, die Feuerwehren im oberen Emmental grossflächiger zusammenzuschliessen. Im Fokus stehen Trub, Trubschachen, Langnau, Rüderswil, Lauperswil, Signau und Bowil. Damit ist aber noch nicht gesagt, dass sie alle zu einer einzigen Feuerwehr fusioniert werden. «Es ist noch vieles offen», erklärt Erwin Walker, der Stellvertreter des ferienhalber abwesenden Statthalters Markus Grossenbacher. Bis Ende Juni sollen sich die Gemeinden nun äussern, in welcher Form sie sich Zusammenschlüsse vorstellen können. Klar sei einzig: «Die Zahl der Feuerwehren wird weiter abnehmen. Ansonsten werden die Mindestanforderungen der Gebäudeversicherung nicht zu erfüllen sein», so Walker. Die anderen drei Oberemmentaler Gemeinden Schangnau, Eggiwil und Röthenbach haben ihrerseits bereits eine gemeinsame Arbeitsgruppe eingesetzt, die sich Gedanken über eine Zusammenarbeit oder eine Fusion macht. Markus Zahno>

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