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Ausbrecher stellt sich in Thun

strafvollzugNach drei Tagen ist die Flucht des Ausbrechers von Basel zu Ende. Der aus der Psychiatrie entwichene Straftäter stellte sich der Polizei.

Der 35-jährige Straftäter, der am Mittwoch aus der Basler Uni-Psychiatrie entwichen war, fand sich am Samstag beim Regionalgefängnis Thun ein. «Er tauchte zusammen mit seinem Vater vor dem Gefängnis auf und stellte sich», sagte der bernische Polizeidirektor Hans-Jürg Käser auf Anfrage. Der Vater habe offenbar einen guten Einfluss auf seinen Sohn ausgeübt. Käser reagierte erleichtert auf das Ende der Flucht. Eine Strafe müsse der Ausbrecher kaum gewärtigen. Verlegung nach Thorberg Allerdings komme die ins Auge gefasste Verlegung in den offenen Massnahmenvollzug vorläufig nicht mehr in Frage. Ein entsprechendes Gesuch lag bereits auf dem Tisch. Der Mann hatte sich in Basel offenbar günstig entwickelt. Nun ordnete Käser die Verlegung des 35-Jährigen in die bernische Strafanstalt Thorberg an. Dort sei ein Platz in der Therapieabteilung für gefährliche, psychisch gestörte Straftäter frei geworden. Der Mann habe es nun selber in der Hand, auf eine spätere Verlegung in den offenen Strafvollzug hinzuarbeiten. Nach Informationen der sda wurde der Straftäter 2007 wegen häuslicher Gewalt zu einer stationären therapeutischen Massnahme verurteilt. Zur Anwendung kam Artikel 59 des Strafgesetzbuchs – das Gericht führte die Delikte also auf eine psychische Störung zurück, die sich therapieren lässt. Die bernischen Behörden gerieten in die Kritik, weil sie über die Identität des als gemeingefährlich eingestuften Mannes und die begangenen Delikte keine Angaben machten. Zur Begründung erklärten sie, man wolle die spätere Wiedereingliederung des Mannes in die Gesellschaft nicht gefährden. Die Therapie absolvierte der Mann in einer geschlossenen Abteilung der Universitären Psychiatrischen Kliniken Basel (UPK). Am Mittwoch ergriff er während des Aufenthalts im Spazierhof die Flucht. Er kletterte über einen dreieinhalb Meter hohen Sicherheitszaun. Details der Flucht sind offiziell nicht bekannt. Der «SonntagsBlick» berichtete, der Ausbrecher sei zusammen mit seiner Verlobten untergetaucht. «Er plante von Anfang an, am Samstag zurückzugehen», wird die Partnerin zitiert. «Wir wollten einfach ein wenig Zeit für uns.» «Fälle nicht vergleichbar» Nicht zum ersten Mal flüchtete ein im Kanton Bern Verurteilter aus einer ausserkantonalen Institution. Vor kurzem hatte der Fall eines Mörders und Vergewaltigers für Aufsehen gesorgt, der während eines Freigangs in Obhut der Neuenburger Behörden die Flucht ergriff. Auch er stellte sich später und sitzt nun auf dem Thorberg. Käser betonte, er halte die beiden Fälle nicht für vergleichbar. Im Fall Neuenburg habe er die Umstände der Flucht kritisiert. Ein Ausbruch wie in Basel sei hingegen nie ganz auszuschliessen. «Jede Institution hat einen Spazierhof.» Er sehe daher keinen Bedarf für ein klärendes Gespräch mit den Basler Verantwortlichen. Zu wenig Plätze Käser wies weiter darauf hin, dass die Verurteilungen nach Artikel 59 in den letzten Jahren laufend zugenommen haben. In der Schweiz gebe es aber für solche Straftäter nur gerade drei geschlossene Institutionen: Das Psychiatriezentrum Reinau im Kanton Zürich, die UPK in Basel und die Therapieabteilung auf dem Thorberg. Diese Station wurde erst vor wenigen Wochen eröffnet. Ihre 24 Plätze sind laut Käser bereits besetzt. Ganz vergleichbar mit Reinau und Basel ist die Station indessen nicht: «In Basel sprechen sie von Patienten – bei uns auf dem Thorberg sind es Delinquenten».sda>

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