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Auf den Spuren seiner Kindheit

Er hat seine Kindheit in Papua-Neuguinea verbracht, heute leitet er mit seiner Frau Monika das Reka-Feriendorf an der Lenk: Der 40-jährige John Hänni erzählt in seinem Buch «Wilde Kindheit» vom Erwachsenwerden im Dschungel.

Aufgewachsen ist er auf einer Insel im Südpazifik, ging in London zur Schule und leitet heute an der Lenk das Reka-Feriendorf zusammen mit seiner Frau Monika. John Hänni hat mit seinen 40 Jahren schon viel erlebt und ist ein facettenreicher Mensch. Seit seiner Kindheit macht er Musik, hat sechs Alben herausgegeben und ist seit kurzem stolzer Autor. Im Buch «Wilde Kindheit» verarbeitet der Berner seine Kindheit in Papua-Neuguinea und England. «Die frühen Lebensjahre prägen ein Kind und beeinflussen sein späteres Leben nachhaltig», erzählt John Hänni im Gespräch. Um ihn herum ist die Stimmung ausgelassen: Unzählige Kinder geniessen zurzeit die Ferientage im Reka-Dorf. «Kinder sind das wichtigste Gut überhaupt», sagt der Vater von zwei Söhnen. Wie ein Affe im Käfig Das Buch des 40-Jährigen, welches letzten Herbst erschien, ist einerseits ein Abenteuerbericht, andererseits ist «Wilde Kindheit» John Hännis sehr persönliche Verarbeitung unzähliger tragischer und schöner Erlebnisse, die er in seinen Jugendjahren erlebt hat. So erzählt der Autor beispielsweise, wie er und seine Familie nur knapp einem Flugzeugabsturz entkamen und auch von den Schwierigkeiten, sich als weisser Junge auf der Insel im Südpazifik zu integrieren. Dies, obwohl er ihre Sprache spricht und in Papua-Neuguinea geboren wurde. «Eine Gruppe schaulustiger Schüler beispielsweise beobachtete mich oft beim Spielen. In unserer Siedlung gab es eine Primarschule. So kamen die Schüler manchmal an unserem Haus vorbei. Sie schauten mir zu, berührten mein glattes Haar oder stahlen meine Spielzeugautos. Als wäre ich ein Affe im Zoo», schreibt Hänni an einer Stelle im Buch. Er schreibt aber auch von unzähligen lustigen Bubenstreichen im Dschungel. Aussöhnen mit der Kindheit «Auch meine schlechten Erlebnisse habe ich mit diesem Buch verarbeitet. Es ist schön, sich nun vor allem an die guten Zeiten zu erinnern», sagt Hänni. Es ist ihm ein Anliegen, mit seinem Buch die Leserschaft nicht nur zu unterhalten, sondern ihnen auch einen Rat zu geben: «Es ist wichtig, sich mit seiner Kindheit auszusöhnen und nach vorne zu schauen.» Der Autor scheut sich nicht, im Buch auch heikle Themen wie sexueller Missbrauch, Depressionen und Selbstverletzung zu thematisieren. Trost schenkte ihm schon als kleines Kind die Musik: In der Schule lernte er Gitarre spielen und singen. Im Buch schreibt er beispielsweise: «Oft spielte ich Zu Hause und sang auch. Musik war für mich immer wieder Therapie. Wenn ich krank war, ging es mir gleich besser, sobald ich singen und spielen konnte.» Heute gibt John Hänni immer wieder kleine Konzerte, vor allem für die Kinder im Reka-Dorf. In Papua-Neuguinea genoss der Autor die Gottesdienste – sie waren nach seinen Angaben «unverkrampfter als die Zusammenkünfte des Evangelischen Brüdervereins in der Schweiz.» Auch heute ist Gott eine starke Konstante im Leben von Hänni: «Die Gottesdienste im Dschungel waren so viel gemütlicher. Die Leute sassen am Boden und niemand kümmerte sich um Formalitäten. In der Schweiz hingegen kam es mir vor, als wäre der Besuch der Freikirche, zu der wir gehörten, für viele Leute ein aufgezwungenes Ritual.» Heimweh nach Papua In Lenk fühlt sich John Hänni nach zwölf Jahren heimisch. «Wir hatten schnell einen guten Draht zur Bevölkerung.» Trotzdem fühlt sich der 40-Jährige manchmal zerrissen zwischen den Welten – und hat Heimweh nach Papua-Neuguinea und dem Dschungel. Zurück war er seit seiner Rückkehr in die Schweiz nach ein paar Jahren in London nie mehr. «Irgendwann jedoch fliege ich für Ferien zurück», sagt Autor Hänni und fügt kurzum an: «Aber sicher nicht ohne meine Familie!» Sarah McGrath-Fogal «Wilde Kindheit»: Das Buch von John Hänni kann über seine Webseite www.johnhaenni.com bestellt werden. Preis: Fr. 22.80/ISBN:978-3-906959-21-4>

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