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Auf den Rekord folgt die «Punktlandung»

SteffisburgNach dem Rekordergebnis im vergangenen Jahr präsentierte die neue Steffisburger Finanzvorsteherin Ursulina Huder (SP) für die Gemeinderechnung 2010 gestern einen Gewinn von rund 110000 Franken. Hauptgrund sind die deutlich tiefer ausgefallenen Steuererträge bei

Der Millionenregen über der Gemeinde Steffisburg ist vorerst vorbei: Nachdem die Rechnungsabschlüsse in den letzten drei Jahren stets siebenstellige Gewinnsummen auswiesen – 2009 mit dem absoluten Rekord von 7,7 Mio. Franken –, präsentierte die neue Finanzvorsteherin Ursulina Huder (SP) an der gestrigen Medienkonferenz ein «unspektakuläres Ergebnis», wie sie selbst sagte. «Wir haben eine regelrechte Punktlandung gemacht», resümierte Huder. In der Steffisburger Jahresrechnung 2010 resultiert ein Gewinn von 109226 Franken. Ausgaben von 64,79 Mio. standen Einnahmen von 64,90 Mio. Franken gegenüber (vgl. Kasten «In Zahlen»). Das Ergebnis ist rund 220000 Franken schlechter als erwartet. Der Gewinn wird nun dem Eigenkapital zugefügt, das auf 18,6 Mio. Franken steigt. Huder räumte ein, dass die Rechnung «kein Spitzenergebnis» sei, lobte aber die Finanzverwaltung, «die bei den Steuereinnahmen gut kalkuliert hat». Späte Folgen der Finanzkrise Die Steuereinnahmen waren es denn auch, die für den Gewinnrückgang sorgten. Während die juristischen Personen, also die in Steffisburg angesiedelten Firmen, im Rechnungsjahr ’09 noch 5,4 Mio. Franken an den Fiskus ablieferten, waren es letztes Jahr noch 0,7 Mio. Bei den natürlichen Personen gingen die Steuereinnahmen ebenso zurück, jedoch nur um rund eine Million. «Die grossen Steffisburger Firmen haben die Auswirkungen der Wirtschaftskrise zu spüren bekommen. Dies schlägt sich jetzt mit Verzögerung auch in der Gemeinderechnung nieder», sagte die Finanzvorsteherin. In Anbetracht der aktuellen Euro-Krise bezeichnete sie die Lage als «weiterhin instabil». Huder: «Wir werden auch in den nächsten Jahren vorsichtig budgetieren.» Huder hält an Strategie fest Was das Ergebnis 2010 ebenfalls beeinflusst hat, war das Darlehen in der Höhe von 852000 Franken an die Stiftung Höchhus, um deren Bilanz zu sanieren. Der GGR hatte das Geschäft an der Juni-Sitzung genehmigt. Ein Nullsummenspiel für die Gemeinde war dagegen der strategisch wichtige Grundstückkauf am Glättemühleweg 15, wo bis vor kurzem die Held AG wirkte. Das Geld wurde einem Spezialfinanzierungsfonds entnommen. Doch wie geht es in den nächsten Jahren finanziell mit Steffisburg weiter? «Grundsätzlich beabsichtigen wir keinen Strategiewechsel», blickte Ursulina Huder voraus. An den zwei Prioritäten Strassen- und Schulsanierungen habe sich nichts geändert. Die für einen neuen Kunstrasenplatz zurückgestellten zwei Millionen Franken würden nicht angetastet, obwohl die Frage nach einem geeigneten Standort noch nicht geklärt ist. Langfristig sollen die Schulden der Gemeinde, die sich zurzeit auf 27,6 Mio. Franken belaufen, unter die Marke von 25 Millionen sinken. Keine weitere Steuersenkung Eines machte die neue Finanzvorsteherin gestern auch klar: «Unter den aktuellen Gegebenheiten ist eine weitere Steuersenkung momentan kein Thema.» Zur Erinnerung: Der Steuersatz ist in Steffisburg per 2011 von 1,64 auf 1,62 Einheiten hinunter gesetzt worden. Der Spielraum für neue Begehrlichkeiten bleibt gemäss Huder weiterhin klein: «Die Ausgangslage für die Jahre 2012 bis 2016 präsentiert sich tendenziell eher schlechter als noch in den Vorjahren.» Immerhin konnte der Gemeinderat an der letzten Klausur (vgl. Kasten «Legislatur») einen positiven Schlussstrich unter die Legislatur 2007–2010 ziehen: 28 von 31 formulierten Zielen konnten «ganz oder teilweise» erreicht werden.Gabriel Berger>

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