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Asiaten verhelfen Jungfraubahn zu Rekordergebnis

Ergebnis 2010Die Jungfraubahn profitiert vom schwachen Euro. Dieser bewirkt, dass Europa-Reisen für Asiaten günstiger sind. Bei den Japanern ist nach der Naturkatastrophe ein Rückgang der Passagierzahlen zu spüren.

Die Jungfraubahn erzielte 2010 mit 22,6 Millionen Franken einen Rekordgewinn, der Umsatz stieg auf 138,6 Millionen Franken. «Wir ernten die Früchte der langjährigen Marketingbemühungen», kommentierte Urs Kessler, Chef der Jungfraubahnen, das Ergebnis gestern vor den Medien. Positiv beeinflusst wurde das Resultat durch die Rückkehr der Gäste aus Asien. Allein aus Korea kamen 90000 Personen. Insgesamt reisten letztes Jahr 672000 Touristen zur höchsten Eisenbahnstation Europas auf das 3454 Meter über Meer gelegene Jungfraujoch. Deutliche Einbussen verursachte im Mai der Vulkanausbruch in Island. Die Jungfraubahn spürte auch den starken Schweizer Franken bei den Tourismusströmen aus den Euro-ländern: «Gleichzeitig wurden Europa-Reisen als Gesamtpaket für Asiaten insgesamt günstiger. Der tiefe Eurokurs hat auch einen positiven Effekt», so Kessler. Japans Katastrophe belastet Eine Prognose für das aktuelle Jahr ist laut Kessler schwer zu machen. Der Buchungsstand lasse derweil auf eine weiterhin grosse Nachfrage aus den asiatischen Märkten schliessen. «Die Auswirkungen der Naturkatastrophe in Japan sind schwer abschätzbar», sagt Kessler. Bis zum heutigen Zeitpunkt halte sich die Veränderung im Buchungs- und Reiseverhalten aber in Grenzen: Nach der Katastrophe haben 10 Gruppen aus Japan ihre Reise annulliert, bei einigen Reisegruppen kamen ein paar Japaner weniger. Doch Japaner sind wichtige Gäste, 2010 reisten 120000 an: Ein Japaner gibt im Tourismusgebiet laut Jungfraubahn-Verwaltungsratspräsident Thomas Bieger 300 bis 400 Franken täglich aus. «Wir wollen den Japanern zeigen, dass wir mitfühlen», so Kessler. Rasch habe man auf den japanischen Websites der Jungfraubahn Anteilnahme zum Ausdruck gebracht. Weitere Massnahmen seien geplant. Kessler wollte aber nichts Konkretes sagen: «Man muss vorsichtig sein, damit man mit Aktionen den Geschmack der Japaner trifft.» Die Kulturunterschiede seien gross, etwas gut Gemeintes könne auch rasch als das Gegenteil interpretiert werden. Kessler sagt, dass der Rückgang der Zahl der Japaner nicht stark ins Gewicht fällt: «Ihren Ausfall können wir mit Asiaten aus den Wachstumsmärkten Indien und China auffangen.» Und er gibt zu bedenken, dass die Hochsaison der Japaner erst ab Juni bis August komme. Die Skisaison 2010/11 lief gut Das zweitwichtigste Standbein der Jungfraubahn-Gruppe ist das Wintersportgeschäft. 2010 wurde in der gesamten Jungfrau-Skiregion, an der die Jungfraubahn-Gruppe mit einem Anteil von 60 Prozent beteiligt ist, ein Umsatz von 44,7 Millionen Franken erzielt.Kessler betonte, dass die Saison nicht zuletzt wegen der Beschneiungsanlagen gut lief: «Hätten wir nicht beschneit, wäre die Talfahrt nur an wenigen Tagen möglich gewesen.» Rahel Guggisberg>

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