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Arbeitsloser Simmentaler vor Verwaltungsgericht abgeblitzt

Verwaltungsgericht Weil er eine Vollzeitstelle nicht

Wer die Voraussetzungen der Arbeitslosenversicherung erfüllt, erhält bei Arbeitslosigkeit Taggelder. Allerdings muss eine arbeitslose Person alles Zumutbare unternehmen, um Arbeitslosigkeit zu vermeiden oder zu verkürzen», erklärte der kantonale Verwaltungsrichter. Ebendies hatte der arbeitslose Mann aus dem Simmental seiner Meinung nach nicht getan. Vollzeitstelle abgelehnt Das regionale Arbeitsvermittlungszentrum (RAV) hatte den Simmentaler im Frühling 2010 angewiesen, sich auf eine Vollzeitstelle als Büro-Mitarbeiter zu bewerben, was er auch tat. Einen Monat später kam dann die Zusage des Geschäfts. In der Zwischenzeit hatte es sich der Simmentaler aber wieder anders überlegt: Er teilte dem Geschäft per E-Mail mit, er werde die Stelle nicht antreten, da er eine Zusage für einen anderen Job erhalten habe. Dabei handelte es sich um eine Teilzeitstelle auf Stundenlohn-Basis mit unregelmässigen Einsätzen. Das beco Berner Wirtschaft verfügte daraufhin 34 Einstell-tage wegen selbstverschuldeter Arbeitslosigkeit. Wer sich als Arbeitsloser auf Stellensuche nicht korrekt verhält, wird mit so genannten Einstelltagen bestraft. Dabei entspricht jeder Einstelltag einem gestrichenen Taggeld. Der Simmentaler wollte sich das nicht gefallen lassen und erhob in der Folge Beschwerde beim Verwaltungsgericht. Arbeitslosigkeit verlängert Der Verwaltungsrichter wies die Beschwerde nun aber ab: «Dem Simmentaler musste schon aufgrund der Anstellungsbedingungen bewusst gewesen sein, dass er mit der Teilzeitstelle nicht genügend Einkommen würde erzielen können», heisst es im Urteil. Während er bei der abgewiesenen Stelle 4000 Franken monatlich verdient hätte, waren es bei der Teilzeitstelle nur rund 600 Franken monatlich. Weil er in der von ihm gewählten Stelle nur so wenig verdiente, blieb der Simmentaler auf die Arbeitslosenleistungen angewiesen. «Damit hat er aber seine Arbeitslosigkeit durch eigenes Verschulden verlängert», erklärte dazu der Richter. Dass er für dieses Verhalten mit 34 Einstelltagen bestraft wurde, sei daher nicht zu beanstanden. Dem Simmentaler bleibt nun immer noch der Weg ans Bundesgericht. Nora Scheidegger >

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