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«Altmännerspiel»: Ein Trend für die Jungen

Pétanque: Frankreich-Touristen kennen es als Kugelspiel, welches alte Männer im Schatten alter Platanen spielen. Am vierten Nachtturnier im Könizer Schlosshof zeigte sich nun, dass Pétanque auch für Junge zur Trendsportart wird.

Samstagabend, neun Uhr, im Schlosshof von Köniz: Etienne Höltschi wiegt die schwere Eisenkugel in der Hand, geht leicht in die Knie, zielt, und mit einem kontrollierten Schwung wirft er die Kugel in Richtung des kleinen Plastikbällchens das etwa sieben Meter vor ihm auf dem Schotterplatz liegt. Die Kugel fliegt schnell und in flachem Bogen, trifft auf und saust knapp an einer weiteren Stahlkugel vorbei, die nahe an dem Bällchen liegt. «Daneben!», entfährt es Höltschi. Und David Lehnen, der neben ihm steht, lächelt freudig. Seine Kugel war es, die Höltschi ins Visier nahm, um sie aus dem Spiel zu schiessen. Da dies misslang, liegen Lehnen und seine Spielpartnerin Oude Michel in der Wertung vor ihren Gegnern, darunter Etienne Höltschi und Roger Heiz. Ein Zwischenresultat, das erstaunt, wenn man weiss, wer hier gegeneinander antritt. Höltschi und Heiz sind lizenzierte Pétanque-Spieler aus dem Aargau, die nach Köniz angereist sind, um für einen Wettkampf zu trainieren. David Lehnen hingegen hat seit 3 Jahren keine Pétanque-Kugel mehr in der Hand gehabt – seine Freundin spielt an diesem Abend gar zum ersten Mal. Ein Spiel für alle «Bei uns ist jeder herzlich eingeladen mitzuspielen», sagt Beat Rufi, Betriebsleiter des Kulturhofes Schloss Köniz. 27 Zweierteams folgten dem Aufruf und traten am Samstag zum vierten Pétanque-Nachtturnier an. Ambitionierte Profis, routinierte Senioren und totale Neulinge massen sich in der Kunst, die eigene Kugel näher an das Bällchen zu platzieren als der Gegner. Auffällig dabei: Neben den alten Hasen, die man schon seit Jahren auf der Münsterplattform, im Lorrainepark oder im Hof der Unitobler antrifft, sind erstaunlich viele junge Menschen unter den Teilnehmern. «Von den 54 Spielerinnen und Spielern hatten 7 sogar noch nie Pétanque gespielt», sagt Rufi. Warum es die Jungen vermehrt auf die Schotterplätze zieht, weiss Rufi auch nicht. Sicher habe es aber mit der Einfachheit des Spieles zu tun: «Die Regeln sind schnell verstanden, und es lässt sich auf fast jedem Untergrund spielen.» Reizvoll seien aber auch die Anforderungen an Geschicklichkeit und Präzision sowie die soziale Komponente des Spieles. «Die Pétanque-Szene ist sehr freundschaftlich und gesellig organisiert», sagt Rufi. Bis zum letzten Wurf Und so funktioniert denn, was unter französischen Platanen gang und gäbe ist, auch ganz gut unter der Linde im Schlosshof. Bis um ein Uhr nachts dauerte das Turnier. Viele, die bereits lange ausgeschieden waren, verfolgten es gespannt bis zum letzten Wurf. Tobias Veitinger >

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