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Alpabfahrt – ein traditionelles Volksfest

ST.STEPHANMit vier prächtig geschmückten Zügleten ab den Alpen auf Dürrenwald feierte St.Stephan Alpabfahrt. Der kulturelle Herbstbrauch am warmen Septembertag wurde einmal mehr zum eindrücklichen Erlebnis für viele Besucher.

Wenn die Chüjerfamilien mit ihren Sennten von den Alpen wieder ins Tal fahren, ist der Herbst nicht mehr weit. In St.Stephan pflegen die Älplerfamilien ihre Alpabfahrt als ein Stück der Alpkultur. Umrahmt von Alphornklängen, Jodlergesang und volkstümlicher Musik wurden die Bergler am Freitag im Tal mit einem Volksfest auf dem Festgelände beim Flugplatz empfangen. Unter den vielen Besuchern anzutreffen war auch Nationalrat Erich von Siebenthal: «Ich bin beeindruckt von den prächtigen Zügleten mit dem blumig geschmückten Vieh. In der Alpwirtschaft ist der Familiensinn spürbar tief verwurzelt, man braucht sich gegenseitig in unseren Tälern.» Wie das Wetter strahlte auch Tourismuspräsidentin Luzi Wyssen am gelungenen Anlass rund um die Simmentaler Alpkultur. An verschiedenen Märitständen wurden herrlicher Alpkäse und andere Köstlichkeiten aus bäuerlicher Produktion feilgeboten. Chüjerhütte als Ausnahme Von einem Rekordsommer sprach Ueli Moor bei der näheren Vorstellung der eintreffenden Sennten. Man habe die Nutzungsstrategie geändert und die Kühe vom Galtvieh getrennt gesömmert. «Normalerweise werden die Alpen auf Dürrenwald während 80 Tagen bestossen», erklärte Moor den Zuschauern: «Diesen Sommer waren es 11 Wochen und 6 Tage.» Die Chüjerfamilien am Alpabzug gehen fast ausnahmslos schon mehrere Jahrzehnte «z Bärg». So sind in Ruefs-Stafel mit Marggis und Freidigs, im Flösch mit Eschlers und im Zigerritz mit Kurzens und Buchses bekannte Älplerfamilien anzutreffen. Erstmals den Sommer auf einer Alp verbrachten dagegen die beiden Sennerinnen in der Chüjerhütte. Gesömmert wurde da ausschliesslich Galtvieh, also Rinder. Unvergessliches Erlebnis Mit strahlenden Gesichtern und einer inneren Zufriedenheit zügelten Silvia Lenze und Silja Genoud ihre 54 betreuten Rinder von der Alp Chüjerhütte. Die 26-jährige Silja aus Freiburg schilderte ihren Alpsommer: «Nach meinem Abschluss des Psychologiestudiums wollte ich aus dem Hörsaal der Uni hinaus in die Natur, etwas abschalten. Zusammen mit unseren 54 Rindern aus verschiedenen Ställen wird der Alpsommer für uns zum unvergesslichen Erlebnis.» Das garstige Juliwetter hat selbst der Psychologin auf die Psyche geschlagen. Doch sie lacht dazu: «Ein Zuwinken, ein freundliches Wort oder ein guter Rat aus der Nachbarschaft half meistens. Nun absolviere ich in Genf während sechs Monaten mein Praktikum.» Fritz Leuzinger >

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