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Adelboden lanciert herbstliches Klassik-Kammermusik-Festival

KulturVom 28. September bis 7. Oktober findet in der Dorfkirche Adelboden das erste Swiss Chamber Music Festival statt. Auf dem Programm

«Adelboden ist bekannt für seine Sportveranstaltungen. Nun setzen wir auf Kultur.» Stolz präsentierte Jürg Blum, Gemeindepräsident und Co-Geschäftsleiter von Adelboden Tourismus, gestern in Bern seinen jüngsten Trumpf. Mit dem Swiss Chamber Music Festival will die Gemeinde auf dem umkämpften Klassikfestival-Markt mitmischen. Für den Frühherbst sind unter dem neudeutschen Motto «The Favourites of Switzerland» in der Dorfkirche zehn Kammermusik-Konzerte mit Nachwuchsmusikern und professionellen Ensembles geplant. Das neue Festival entsteht in Zusammenarbeit mit den Schweizer Musikhochschulen und dem «Orpheus – Swiss Music Competition», der sich der Förderung junger Musik-Talente verschrieben hat. Plattform für junge Musiker Festival-Intendant Jörg Conrad, Ex-Solotrompeter des Luzerner Sinfonieorchester und Dozent an der Musikhochschule Luzern, spricht von einer «einzigartigen Plattform». Neben den Gewinnern des Orpheus-Wettbewerbs sollen in Adelboden künftig die besten Nachwuchsensembles der Schweiz die Gelegenheit zu einem Auftritt erhalten. Aber auch professionelle internationale Kammerorchester und -Ensembles will Conrad ins Oberland holen. Das Budget beträgt rund 150 000 Franken. Ein Grossteil davon sind Sponsoring-Gelder, der Rest stammt vom kantonalen Lotteriefond, der Pro Helvetia und weiteren Stiftungen. Gute Akustik in der Kirche Mit ihrer besonderen Akustik eigne sich die altgotische Dorfkirche von Adelboden hevorragend für Kammermusikkonzerte, sagt Conrad. Konkurrenz-Sorgen macht er sich keine. Der Zeitpunkt im Frühherbst sei optimal und ein Festival, das sich in vergleichbarer Weise der Förderung Schweizerischer Talente verpflichte, gebe es bisher nicht. «Ich bin überzeugt, dass die Veranstaltung ein Bedürfnis abdeckt», so Conrad. Das neue Festival ist nicht zuletzt ein touristisches Projekt. «Im Winter ist Adelboden unumstritten, im Sommer und Frühherbst ist es schwieriger, die Gäste zu holen und vor Ort zu halten», sagt der Gemeindepräsident. Jürg Blum und Barbara Schäfli, Co-Geschäftsleiterin von Adelboden Tourismus, hoffen denn auch, vermehrt kulturinteressierte Gäste nach Adelboden zu locken. Die zehntägige Veranstaltung biete den Hotels die Möglichkeit, entsprechende «Pakete zu schnüren». «Das Swiss Chamber Music Festival soll in Adelboden zur festen Institution werden», so Schäfli. Zeitgenössische Komponisten Ob das Festivalkonzept – «Talentförderung» statt grosse Namen – beim Publikum ankommen wird, ist schwer abzuschätzen. Verdienstvoll ist es aber allemal. Und inhaltlich präsentiert sich das Programm in Teilen durchaus originell, ja gewagt. Letzteres gilt vorab für die Werke von zeitgenössischen Schweizer Komponistinnen und Komponisten, die – wie die einheimischen Nachwuchsmusiker – eine Plattform erhalten. Zu ihnen gehört der preisgekrönte Zürcher David Philipp Hefti (35), der gleich mit zwei Werken vertreten ist. Zu ihnen gehören aber auch Fabian Müller (47), Jérôme Capeille (50), Isabel Wullschleger (26), Thüring Bräm (67) und Philippe Kocher (38), dessen jüngstes Werk für Oboe, Klarinette, Fagott und Horn in Adelboden uraufgeführt wird. Oliver Meier>

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