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1500 Ostereier auf einen Tätsch

MamishausHeidi Binggeli hat gewettet: Am Ostersamstag verkaufen sie und ihre Gantrisch-Frauen vor dem Globus über 1500 gefärbte Eier. Ein Einblick in die intensiven Vorbereitungen.

Wird diese Frau bald Wettkönigin? Heidi Binggeli (62) aus dem Schwarzenburger Weiler Mamishaus scheint sich da sicher. «Das reicht schon», sagt sie ruhig lächelnd, unbeirrt vom Chaos in ihrer kleinen Bauernküche. Darin türmen sich Schachteln mit rohen Eier, Strümpfe, Kräuter, Färbemittel, alte Pfannen. Alles schreit nach Arbeit, auch die Zahl: 1500, mindestens. So viele gefärbte Eier werden Binggeli und zwei andere Gantrischer Frauen am Ostersamstag an ihrem Stand vor dem Berner Globus Spitalgasse verkaufen. Dies wetteten die Frauen am 30.Dezember mit der BZ. Der Verlierer zahlt 100 Franken an den Verein Kirchliche Gassenarbeit. Ein Ei pro Minute pro Frau Schon seit bald 15 Jahren bieten die Frauen aus dem Gantrisch-Gebiet in Bern Eier vom eigenen Hof und hausgemachte Backwaren und Konfitüren an. An einem gewöhnlichen Tag verkaufen sie etwa 600 Eier, jetzt sollen es mehr als doppelt so viele sein. Drei Frauen verkaufen, neun Stunden ist der Stand offen, 1500 Ostereier müssen weg, das machtHeidi Binggeli winkt ab. Die Zahlen spielen keine Rolle, wichtig ist die treue Kundschaft. Auf ihren Einkauf zählt die Gantrisch-Bäuerin. Und dann gebe es ja auch immer noch jene, die im Vollstress kurz vor Ladenschluss unbedingt noch Eier bräuchten: «Denen ist die Farbe dann egal.» Binggeli selbst scheint völlig stressresistent. Ohne gross hinzusehen wickelt sie Ei für Ei ein und gibt Tipps zum Färben (siehe Box). Hinter ihr brodelt eine Pfanne Eier in chinesischen Gelbbeeren, der wilde Welpe Bella springt an Binggelis Bein hoch, und Tamara (10), Alexia (4) und Adrian (2) stürmen abwechslungsweise zu ihrer Grossmutter herein. Keine Angst, dass die rohen Eier inmitten dieses Trubels in die Brüche gehen? Auch da zeigt Binggeli Vertrauen: «Diese Freilandeier beziehe ich von einer Kollegin. Die haben eine harte Schale.» Kochen am Karfreitag Insgesamt färben fünf Frauen Eier für die Wette. Vorbereitet werden die Eier schon seit Wochenbeginn, erst morgen Freitag werden sie gekocht. 1800 Stück bieten die Frauen feil. Vor sieben Jahren konnten sie bereits einmal so viele absetzen. Klappt es dieses Jahr nicht, freuen sich Binggelis Enkel über Eiersalat oder andere leckere Verwertungen der übrig gebliebenen Eier. «Weggeworfen wird nichts», betont Binggeli. Vielleicht wird ohnehin alles verkauft. Top, die Wette giltAnnatina Foppa>

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