Zum Hauptinhalt springen

Zuviel Respekt führt zu Kehrtwende

In Ringgenberg gerät die Planung einer neuen Mehrzweckhalle ins Stocken. Der Gemeinderat ändert das Projektverfahren. Grund: Mangelnder Einfluss des Gemeinderates auf Kostenkontrolle und kein Mitspracherecht.

An der kommenden Gemeindeversammlung vom 10. Dezember hätte das Siegermodell einer neuen Mehrzweckhalle in Ringgenberg präsentiert werden sollen. So sah es die Planung des Gemeinderates vor und so war auch das offen ausgeschriebene, zweistufige Projektverfahren mit Präselektion ausgelegt. Schliesslich gingen im ersten Halbjahr dieses Jahres 28 Bewerbungen von Architekturbüros ein, davon wurden deren acht für eine zweite Stufe selektioniert worden (wir berichteten). Geringe Unterstützung Jetzt zieht der Gemeinderat die Reissleine. Wie bereits Mitte September mitgeteilt, ist das Wettbewerbsverfahren abgebrochen worden. Gestern doppelte der Gemeinderat nach und begründete den Abbruch des Verfahrens damit, dass «die Finanzierung nicht zielführend ist. So muss mit massiv geringerer finanzieller Unterstützung seitens des Kantons gerechnet werden». Bereits an der Altjahresgemeindeversammlung 2009 hatte Finanzvorsteher Manuel Scheller erklärt, dass der Kanton von seinem in Aussicht gestellten 25 Prozent-Anteil der Kosten – der Neubau soll zwischen 4,5 und 5,2 Millionen Franken kosten – abgerückt sei und jetzt noch zehn Prozent zusichert. Sind jetzt also noch weniger Kantonsgelder zu erwarten und wird der Neubau teurer als der Thuner Architekt Siegfried P. Schertenleib im Rahmen seiner Machbarkeitsstudie ausgerechnet hatte? «Am Kostenrahmen und an der Finanzierung hat sich gegenüber dem vergangenen Jahr nichts geändert», sagte gestern Gemeinderat Manuel Scheller auf Anfrage. «Die Höhe der Neubau-Kosten ist aber im weiteren Verlauf des Verfahrens unsicher und nach Vorliegen eines siegreichen Ausführungsprojektes hat der Gemeinderat kein Mitspracherecht mehr», sagt Scheller. «Wenn wir so weiterfahren ist unser Einfluss auf die Gestaltung und auch die Kostenkontrolle des Neubaus zu gering», sagt Scheller. Zudem habe die nach dem gleichen Verfahren gebaute Halle in Brienz – mit dem Resultat einer massiven Kostenüberschreitung (wir berichteten) – auch nicht dazu beigetragen, am bestehenden Verfahren festzuhalten. «Wir haben Respekt vor allfälligen Folgen und einer möglichen Kostenexplosion und gehen nun einen anderen Weg», sagt Scheller. Altes Projekt optimieren Grundlage für das weitere Vorgehen bildet das Projekt für den Neubau einer Turnhalle sowie einer Aula aus den Jahren 1992, beziehungsweise 1995. Eine Anpassung dieses Projektes an die heutigen Voraussetzungen und Gegebenheiten sei möglich und auch sinnvoll. Von der damals geleisteten Arbeit soll heute noch profitiert werden. Auf dieser Grundlage wird nun ein Aufarbeitungs- und Optimierungsprozess durchgeführt. Nur noch ein Gebäude Beim neuen Projekt soll jedoch nicht wie bisher von zwei separaten Bauten vorausgegangen werden, sondern das auf die heutigen Bedürfnisse und Begebenheiten angepasste Raumprogramm unter einem Dach vereinen. Mit den Mehrfachnutzungen des Hallenneubaus sollen die vielfältigen Bedürfnisse der Vereine und der Schule für den Turnunterricht erfüllt werden. Neuer Kredit Bereits an der kommenden Gemeindeversammlung wird der Gemeinderat einen Projektierungskredit von 130 000 Franken für die Ausschreibung und Vergabe der Architekturleistungen beantragen. Mit der Annahme dieses Projektierungskredites hofft der Gemeinderat, dass im Sommer 2011 ein bewilligungsfähiges Projekt vorliegt. «Das ist natürlich ein ehrgeiziges Ziel aber wir haben dies so vorgesehen». Tiefer als geplant Gemeinderat Manuel Scheller räumt ein, dass mit dieser Änderung «natürlich ein Teil des im 2009 bewilligten Projektwettbewerbkredites verloren ist». Doch liege immerhin der nun beantragte Kredit um 170000 Franken tiefer als beim abgebrochenen Verfahren. Der wesentlichste Vorteil sieht Scheller darin, «dass der Rat und auch das Stimmvolk auf dem Weg zur neuen Halle bei sämtlichen Projektschritten selber entscheiden kann». 2700 Quadratmeter Land Als Bauareal steht eine unbebaute Fläche von rund 2700 Quadratmetern östlich des Sportplatzes Mösli zur Verfügung. Das Land gehört den Burgern, die einem Landabtausch mit der Gemeinde (Hagenstrasse) zu einem früheren Zeitpunkt bereits zugestimmt hatten. Der Tausch wird erst bei Realisierung des Hallenprojektes vollzogen. Hans Urfer >

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch