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Sätze, die man nicht mehr los wird

Passiert es Ihnen, liebe Leserinnen, liebe Leser, auch, dass Sie beim Zeitung lesen plötzlich an einem Satz hängen bleiben? Ihn ein zweites Mal lesen und ein drittes. Wenn Sie die Zeitung zur Seite legen, wissen Sie kaum mehr, worum es im Artikel eigentlich ging. Aber dieser eine Satz, der hat sich bei Ihnen festgekrallt, den werden Sie nicht mehr los. Vor elf Tagen kreuzten in dieser Zeitung zwei Grossräte die Klinge. Der Erlenbacher Drogist Peter Eberhart (BDP) und der in Rümligen wohnende Matthias Burkhalter (SP), Geschäfts- führer des Bernischen Staatspersonalverbandes (BSPV). Es ging um die Lebensmittelkontrolle. «Die Kontrolleure stürzen sich auf Bagatellen und generieren so Gebührengelder», reklamierte Drogist Eberhart. Und Burkhalter sagte das Sätzli, das mir nicht mehr aus dem Kopf will: «Mir ist nicht die Lebensmittelkontrolle, sondern das Schicksal der Kontrolleure wichtig.» Ohalätz. Wichtig sind nicht die Kontrollierten, sondern die Kontrollierer. Der Staat ist nicht für die Bürger da, sondern die Bürger für den Staat. Es braucht nicht immer einen ganzen Satz, der haften bleibt. Manchmal tut es ein Begriff, ein einziges Wort. Da war nach den vergangenen Ständeratsersatzwahlen von einem Stadt-Land-Graben die Rede und Schreibe. Den gibt es natürlich schon, spätestens seit der Kanton wie wild reformierte und zentralisierte (Justizreform, Abschaffung der Amtsbezirke und Schaffung von Verwaltungskreisen als Beispiele). Beschlossen mit der Stimmkraft der Städte zum Nachteil des Landes. Fadegrad. Auch so ein Wörtli, das haften bleibt und einen Politiker auszeichnen soll. Aber «fadegrad grindsvoran dür d Wand» funktioniert in Helvetien nicht. Das gehört – oder muss man sagen: gehörte – nicht zur schweizerischen Politkultur. Was dann? SRG-Generaldirektor Roger de Weck sagte es so: «In unserem Land schliesst man früher oder später Kompromisse. Wer keinen Sinn für den Ausgleich der Interessen hat, der kommt in der Eidgenossenschaft nicht weit.» u.flueck@bom.ch>

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