Zum Hauptinhalt springen

Oberstufenzentrum steht in der Kritik

WiedlisbachErnüchternde Bilanz nach einem Jahr Oberstufenzentrum: Die meisten Lehrer sind nicht glücklich mit dem neuen Schulmodell.

Vor allem die ehemaligen Sekundarlehrkräfte hegen Zweifel am Erfolg des Zusammenschlusses der Sekschule mit den vier Realschulen Attiswil, Berg, Oberbipp und Wiedlisbach vor einem Jahr. Sie sehen sich bestätigt, hatten sie doch schon vor der Fusion Nachteile befürchtet, wie eine Niveausenkung im Unterricht oder das Fehlen von Fachzimmern für die NMM(Natur, Mensch, Mitwelt)-Fächer. Der 29-jährige Benjamin Wolfsberger, der nach den Sommerferien vom Oberstufenzentrum Wiedlisbach ans Gymnasium nach Biel wechselt, nennt Gründe seiner Unzufriedenheit: «Das fehlende Arbeits- und Lernverhalten gewisser Schüler war manchmal frustrierend.» Zudem habe er Mühe mit ihren Umgangsformen. Der ausgebildete Gymnasiallehrer aus dem Seeland hält nicht viel vom gewählten Schulmodell: «Für mich ist das Modell 3b eine Farce und die angestrebte Durchlässigkeit eine Utopie.» Nur in der siebten Klasse sei es in wenigen Fällen zu Niveauwechseln gekommen, meist nach unten. Schüler sind als Sekundarschüler eingestuft, wenn sie in mindestens zwei der drei Fächer Mathematik, Deutsch und Französisch im höchsten Niveau eingestuft sind. Schulleiter Ernst F. Stalder, die Lehrkräfte und Schüler stellten nach einem Jahr Unterricht nach dem Modell 3b fest, dass dieses Schulmodell mit ständig wechselnden Klassenzusammensetzungen Unruhe hervorruft. Lehrer Gottlieb Holzer bemängelt, dass durch die immer andern Klassenzusammensetzungen in seiner Klasse kein «Klassengeist» entstehen könne. Er und die ehemalige Oberbipper Reallehrerin Verena Frieden profitierten aber in ihrem neuen Schulalltag von den bereichernden mündlichen Beiträgen im Unterricht der Sekschüler. Die 56-jährige Teilpensenlehrerin meinte zum neuen Modell, es sei ein sehr kompliziertes. Ich möchte am liebsten kein Oberstufenzentrum und wieder in meinem Wohnort unterrichten.» Höchst unzufrieden ist Gottlieb Holzer mit der Schulbehörde, dem neuen Verbandsrat: «Die Wertschätzung unserer Arbeit ist eine Katastrophe. Gewisse Ratsmitglieder kennen nicht einmal die Namen der Lehrpersonen.» Kurt Nützi>

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch