Zum Hauptinhalt springen

Diebe klauen Schachfiguren

BärenplatzBeim beliebten Berner Gartenschach kommen regelmässig Figuren weg. Vor allem die weissen Springer sind bei den Dieben beliebt. Als Ersatz greifen die Schachspieler

Wie viele andere kommt auch der 60-jährige Bruno Gurtner fast täglich zum Gartenschach auf dem Berner Bärenplatz. «Hier ist es wunderschön», sagt der Metzger, der in der Marktgasse-Migros arbeitet. «Die verschiedensten Leute duellieren sich hier.» Die meisten seien Ausländer, «viele starke Spieler stammen aus Osteuropa». In den Mittagspausen und nach Feierabend mischen sich laut Gurtner auch Beamte «oder manchmal sogar Politiker aus dem Bundeshaus» unters Schachvolk. Weil sich Bruno Gurtner selber eher zu den schlechteren Schachspielern vor Ort zählt, schaut er meistens nur zu. Doch manchmal wagt er sich in seiner Mittagspause selber hinter die Figuren. «Das braucht etwas Mut und ein dickes Fell», sagt er, «weil einige Zuschauer die Züge, die man macht, abschätzig und lautstark kommentieren.» Es fallen Sätze wie «Du hats keine Ahnung», «Spiel besser zu Hause» oder «Warum will er nicht zuhören?». Figuren für den Privatgarten? Doch an die Sprüche der Besserwisser hat sich Bruno Gurtner aus Wangenried längst gewöhnt. «Das gehört zum Gartenschach – es macht einen Teil des Charmes hier aus», sagt er. Viel mehr ärgert ihn die Tatsache, dass immer wieder Schachfiguren wegkommen. «Hier sind wohl ein paar Nachtbuben am Werk», sagt er. «Wahrscheinlich treiben ein paar Figuren in der Aare.» Oder jemand stelle sie im eigenen Garten aus. Ein Verwirrspiel Stadtgärtner Christoph Schärer bestätigt: «Vereinzelt kommen Schachfiguren weg.» Über die genaue Anzahl gibt die Stadtgärtnerei keine Auskunft. Schärer sagt: «Wir ersetzen die fehlenden Figuren möglichst rasch.» Bis es jeweils so weit ist, setzen die Schachspieler Sonnenschirmständer, Einkaufstüten oder Flaschen als Schachfiguren ein. «Das macht es manchmal schwierig, die Übersicht zu behalten», sagt Gurtner. Mehr als eine Dame wurde auf dem Bärenplatz schon geschlagen, weil jemand die Colaflasche übersehen hat, die einen Springer ersetzt. Spieler rufen Gärtner an Die Angestellten der Stadtgärtnerei machen regelmässig beim Bärenplatz eine Bestandesaufnahme. Und wenn sie dies einmal vergessen, werden sie von den Schachspielern informiert. Einige besitzen die Handynummer der zuständigen Gärtner. Keiner will hier lange auf die Figuren warten. Das Schach beim Bärenplatz wird täglich benutzt. «Egal, ob bei Sonnenschein, Regen oder Schnee – es spielt immer jemand», sagt Bruno Gurtner. Und Stadtgärtner Schärer fügt an: «Das Gartenschachangebot in Bern ist von hoher Qualität. Das wollen wir auch in Zukunft erhalten.» Tobias Habegger>

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch