Zum Hauptinhalt springen

Burgergemeinde kauft Amtshaus

Der Kanton wollte eine Million Franken: Doch die Burgergemeinde Wimmis kauft das Amtshaus nun zum halben Preis. Dieser Handel ist allerdings mit Auflagen verbunden. Die Räume sind für öffentliche Zwecke zu nutzen.

«Eigentlich haben wir ja mit der Geschäftsstelle der Regionalkonferenz Thun Oberland-West als Mieter gerechnet. Da aber diese vor einer Woche die Abstimmung nicht überstanden hat, wird daraus nichts», informierte Präsident Ulrich Wittwer (Bild) an der geschichtsträchtigen Burgerversammlung von Wimmis. Diese war so bedeutungsvoll, weil die Burger – von 224 waren deren 42 anwesend – dem Kauf des 1815 erbauten Amtshauses zustimmten. Den Preis halbiert Das von der Burgergemeinde Wimmis an das kantonale Amt für Grundstücke und Gebäude eingereichte Kaufangebot inklusive Nutzungskonzept war vom Regierungsrat geprüft worden. Die kantonalen Preisvorstellungen lagen bei 1,5 Millionen Franken. Eine erste Forderung des Kantons lautete dann aber für die Liegenschaft, die wegen der Bezirksreform frei geworden war, auf eine Million Franken. «Nach verschiedenen Verhandlungen mit den kantonalen Instanzen konnte mit Regierungsrätin Barbara Egger dann eine Einigung erzielt werden. Nun beträgt der Kaufpreis 500000 Franken», schilderte Burgerpräsident Ulrich Wittwer das Vorgehen. Dieser Preis sei aber mit drei Auflagen verbunden: Das Gebäude muss für öffentliche Zwecke (Büro-, Mehrzweck- und Repräsentationsräume) genutzt werden, Wohnzwecke sind ausgeschlossen. Die dazugehörende Matte darf nicht überbaut werden. Im Falle eines Weiterverkaufs innert 25 Jahren ist der Kanton mit 50 Prozent am Gewinn zu beteiligen. Regierung hat letztes Wort An der Burgerversammlung in Wimmis wurde die präsentierte Vorlage einstimmig genehmigt. Unter dem Vorbehalt, dass auch der Regierungsrat den Vertrag noch definitiv absegnet, gehen Nutzen und Schaden auf den 1.Oktober an die Wimmiser über. Die Wimmiser stimmten auch einem ersten Kredit für anstehende Unterhalts- und Renovationsarbeiten im Betrag von 150000 Franken zu. Wittwer erklärte dazu: «In einer ersten Etappe sind Malerarbeiten und die Sanierung von Bodenbelägen sowie elektrische Installationen und ein Schliessplan vorgesehen. Der Charme des historischen Gebäudes soll erhalten bleiben.» Die Burger erhoffen sich für die Sanierungen Beiträge der Denkmalpflege. Einwohnergemeinde, Kirchgemeinde, Schule und Elternverein hätten bereits Interesse an den Räumlichkeiten bekundet, wurde an der Versammlung informiert. Auch für das Dorfmuseum könnten sich neue Perspektiven ergeben. Nicht ausgeschlossen wäre laut dem Burgerrat zudem der Bau einer Einstellhalle unter der grossen Wiese. Der Bedarf an unterirdischen Parkplätzen sei ausgewiesen. Wieder in Burgerhänden Das Gebäude war 1815 von Niklaus Bähler, einem begüterten Wimmis-Burger, erbaut und später dem Staat Bern als Amtshaus überlassen worden. «Dass die Liegenschaft nun wieder in diejenige Korporation zurückgeführt werden kann, aus welcher sie ursprünglich stammt, darf uns mit Stolz erfüllen», freute sich Ulrich Wittwer. Damit biete sich Wimmis eine einmalige Gelegenheit, dem Dorf am Niesen ein Zentrum zu verschaffen, das dem Namen Zentrumskomplex in allen Belangen gerecht werde. «Der denkmalgeschützte Bereich Schloss und Kirche samt Stadtmauer und den vielen umliegenden historisch wertvollen Gebäuden kann durch die Übernahme der Amtshaus-Liegenschaft würdig abgeschlossen werden.» Peter Rothacher >

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch