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Beflügelnde Flamenco-Inspirationen

Zentrum Paul KleeEin grosser Wurf: Das Nick Perrin Flamenco Jazz Quartet

Drei Jazzmusiker und eine Flamencotänzerin. Das war die Ausgangslage im Jahr 2008, als sich dem Gitarristen Nick Perrin und der Tänzerin Julia Stucki die beiden Musiker Marco Rohrbach (Cello/Bass) und Adrian Christen (Perkussion) anschlossen. Das erste Bühnenprogramm des neu gegründeten Nick Perrin Flamenco Jazz Quartet setzte sich vorwiegend aus Interpretationen bestehender Songs zusammen, deren Vorbilder deutlich hörbar waren. Die Musiker waren noch in erster Linie Jazzer, die Flamenco spielten; Julia Stucki eine am traditionellen Flamenco orientierte Tänzerin, die in ihre Choreografien vorsichtig Elemente aus Salsa und Modern Dance integrierte. Zwar ästhetisch, aber etwas überkonzipiert und unterkühlt. Nichtsdestotrotz war das Publikum begeistert und der Erfolg gross. Das zweite Programm wurde mit mehr Mut, mehr Eigenkompositionen und mehr Eigenständigkeit sowie einem ersten Album präsentiert. Das dritte Bühnenprogramm des Quartetts, welches am Samstag im Zentrum Paul Klee unter dem Titel «Palosanto» vorgestellt wurde, ist die sinnige Fortsetzung dieser Entwicklung und gleichzeitig ein grosser Sprung. Die Beteiligten bringen ihr Potenzial zum Schwingen, Klingen und Strahlen. Erstmals stammen alle Songs aus Perrins Feder. Ihre Basis sind die klassischen Flamencorhythmen, vereinen aber auf geniale Weise Einflüsse und inspiratorische Hintergründe der vier Künstler. Einschränkende Gattungsbezeichnungen wie Jazz, Salsa oder Latin sind damit definitiv obsolet geworden, und trotzdem macht «Palosanto» deutlich, dass aus Perrin ein wahrhaftiger Flamencovirtuose geworden ist. Er kennt und beherrscht die Tradition bravourös, saugt sie auf und stösst sich ab. Ungewohnte Harmonien, überraschende Übergänge, liederhafte Melodiebögen und groovige Beats bestimmen seine Kompositionen. Schwermut und Leichtigkeit prallen aufeinander und bilden mit dem weichen und doch wie in Stein gemeisselten Tanz von Julia Stucki eine organische Einheit. Ein bestechendes Gesamterlebnis, das vorbehaltlos als kleine Innovation in der Flamencoszene bezeichnet werden muss. Alexandra von Arx ;Nächste Auftritte: 16.9.: Berner Flamenconacht, 20.30 Uhr, Vidmar2, Bern-Liebefeld. 14.10.: 20.15 Uhr, Kulturfabrik Bigla, Biglen. 16.10.: 18 Uhr, Kultur Kehrsatz. www.nickperrin.ch>

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