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Auf Euphorie folgt Ernüchterung

Die Begeisterung in Deutschland hat einen

Fünf Tage nach dem überzeugenden 4:0 gegen ein harmloses Australien mussten die Deutschen eine herbe Enttäuschung einstecken. Miroslav Klose und Lukas Podolski, gegen die Socceroos Torschützen und von den (deutschen) Medien beinahe in den Himmel gelobt, wurden plötzlich zu Sündenböcken. Der eine wurde noch vor der Pause des Feldes verwiesen, der andere verschoss einen Penalty. Bundestrainer Löw stapfte direkt nach dem Schlusspfiff wutentbrannt in die Katakomben. In Rage dürfte ihn mitunter die Schiedsrichterleistung gebracht haben. Nicht nur die spanischen Spieler wussten bei ihrem ersten WM-Auftritt nicht zu überzeugen, sondern auch ihr Landsmann Alberto Undiano. Der Referee, ein Soziologe aus der Provinz Navarra, pfiff äusserst kleinlich. Aufregung vor der Pause Undiano griff konsequent durch. Im Zweifelsfall gab es Karten und nicht Ermahnungen. In der 37.Minute zückte er bereits zum sechsten Mal Gelb. Dies war gleichbedeutend mit dem Ausschluss von Miroslav Klose. Der Stürmer von Bayern München hatte sich beim Mittelkreis etwas ungeschickt angestellt. Er traf den serbischen Captain Dejan Stankovic von hinten am Fuss, worauf Undiano keine Gnade kannte. Gelb-Rot war ein sehr harter Entscheid. Die erste Verwarnung hatte Klose in der 12.Minute erhalten. Diese Dezimierung erschütterte die Deutschen in Mark und Bein. Fortan mussten sie ohne ihre Speerspitze auskommen. Trainer Löw reagierte zunächst nicht und liess mit einem 4-2-3-0-System spielen. Nach dem Platzverweis von Klose dauerte es keine zwei Minuten, bis die Deutschen den nächsten Tiefschlag zu verdauen hatten. Und es sollte der entscheidende sein. Nach einer gelungenen Kombination, die vom Thuner Zdravko Kuzmanovic mit einem herrlichen Steilpass eingeleitet worden war, schoss Milan Jovanovic das siegbringende 1:0. Serbische «Handballer» Da die Serben in der Folge ihren Vorsprung zu passiv verwalten wollten, durften die Deutschen bis zum Ende auf einen Punktgewinn hoffen. Sami Khedira scheiterte vor dem Seitenwechsel nach einem Corner an der Latte, und in der zweiten Hälfte war es vor allem Lukas Podolski, dem sich die Chancen gleich in rauer Menge boten. Einem Treffer am nächsten stand er nach einer Stunde, als Nemanja Vidic im eigenen Strafraum ein dümmliches Hands beging. Doch Podolski brachte beim Strafstoss den Ball nicht an Goalie Vladimir Stojkovic vorbei. Vidics Blackout blieb unbestraft. Schon zum zweiten Mal in diesem Turnier mussten die Serben ihrem Gegner einen Handspenalty zugestehen – gegen Ghana hatte der Verursacher Kuzmanovic geheissen. Die Deutschen sollten aber vergeblich anrennen. Es fehlte in der Summe an der Qualität im Abschluss. Wahrscheinlich hilft Schwarz-Rot-Gold im letzten Gruppenspiel gegen Ghana nur ein Sieg, um den Achtelfinal zu erreichen. Diese Aufgabe ist ohne den gesperrten Stürmer Klose nicht einfach zu lösen. Marco Ackermann Port Elizabeth >

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