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«Alle tragen Pantoffeln. Das ist lustig.»

SteffisburgAn der Oberstufenschule Schönau in

Grinsend sagt Yann: «Hier tragen alle Pantoffeln. Das ist lustig.» Théïa hat festgestellt, dass es an der Oberstufenschule Schönau in Steffisburg keine Kantine gibt und dass die Kinder am Mittag zu Hause essen. «Aber ich vermisse die Kantine nicht, weil da das Essen manchmal nicht so gut ist», sagt das Mädchen. Auf die Frage, woher sie komme, antwortet sie: «Aus den USA, Frankreich, der Schweiz und Russland.» Yann und Théïa sind zwei von 18 Schülern der École Internationale de Genève (Ecolint), welche seit Donnerstag Abend bei ihren Altersgenossen der 7. Klassen der Oberstufe Schönau in Steffisburg zu Besuch sind. Tatiana, sie gibt als Heimatländer Mexiko, Deutschland und die Schweiz an, sagt, es gefalle ihr – vor allem weil Thun nahe sei. Als sie bei ihrer Gastfamilie ankam, besuchten sie und Jessica, ihre Gastschwester, flugs ein internationales Restaurant in Thun: «Wir waren bei McDonald’s», sagt Tatiana. Michael aus Steffisburg gesteht derweil: «Ich war etwas unsicher, wie das zu Hause laufen soll mit unserem Gast.» Aber: «Bis jetzt haben wir es gut.» Sein Gast ist Giovanni – und der schätzt an der Steffisburger Schule, «dass wir nicht nach jeder Lektion Zimmer wechseln müssen.» Land und Leute kennenlernen Initiiert hat das Austauschprojekt Richard Bourlet, Leiter der Sprachabteilung und Deutschlehrer an der Ecolint. «Ich habe an internationalen Schulen immer wieder versucht, solche Austausch-Projekte zu organisieren», sagt er, «zuletzt in Hongkong.» Die Schüler der Ecolint seien meist Kinder von Mitarbeitern der Uno oder des Roten Kreuzes, von Diplomaten, Angestellten internationaler Firmen oder Promis, sagt Bourlet. «Uns ist wichtig, dass sie im Land, in dem sie leben, nicht nur in dieser ‹internationalen Blase› leben, sondern den Alltag der Menschen kennen lernen.» In der Tat sind die Unterschiede zwischen den Gästen und ihren Steffisburger Gastgebern zum Teil eklatant. «Viele unserer Schüler kommen aus wohlhabenden Familien», sagt Anja Wallace. Sie ist Deutschlehrerin an der Ecolint und in Spiez aufgewachsen. Sie war es, welche den Kontakt nach Steffisburg geknüpft hat. Auch der Schulbetrieb im Campus La Châtaigneraie in Founex läuft anders als in Steffisburg: 1500 Kinder besuchen dort die Schule, an der OS Schönau sind es deren 200. Fixe Klassen gibt es in Founex keine, die Schüler belegen einzelne Lektionen; unterrichtet wird in Französisch und Englisch. Schulbeginn ist um 8.30 Uhr, um 15 Uhr ist Schluss. Dazwischen liegen 45 Minuten Mittag, inklusive Mittagessen in der Kantine, von welcher Théïa schon berichtet hat. «Noch viele Ideen» Wie der Alltag an dieser internationalen Schule mit Kindern und Jugendlichen aus 122 Ländern aussieht, werden die Schüler und Schülerinnen aus Steffisburg Anfang März erfahren. Dann reisen sie zum Gegenbesuch in die Romandie. «Die Vorfreude ist riesig», sagt Lorenz Ryser, einer der Steffisburger Lehrer, welche das Projekt begleiten. Seine Kollegin Annina Habegger hofft, dass das Projekt in Zukunft wiederholt werden kann. «Wir haben viel gelernt und noch viele Ideen», sagt sie. «Schliesslich geht es nicht nur um Spass und Reisen», betont Lorenz Ryser. «Wir haben einander vor dem eigentlichen Austausch Briefe geschickt. Ich mag mich nicht erinnern, wann sich die Schüler letztmals derart Mühe gegeben haben, einen Text in Französisch wirklich sauber zu verfassen.»Marco Zyssetwww.ecolint.ch http://schulen.steffisburg.ch/oberstufe/schoenau>

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