Zürichs Köche sehen rot

Bei der Vergabe der «Gault Millau»-Punkte haben sich fünf Zürcher Restaurants gesteigert. Die Top 3 bleiben unverändert.

Die «Gault Millau»-Punkte werden wieder neu vergeben.

Die «Gault Millau»-Punkte werden wieder neu vergeben.

(Bild: Keystone)

Daniel Böniger@tagesanzeiger

Fabian Fuchs heisst auf Zürcher Boden der grosse Gewinner anlässlich des Erscheinens des neuen «Gault Millau». Wie schon vor einem Jahr konnte sich der Küchenchef des Equitable erneut um einen Punkt verbessern – und gehört mit 15 von 19 hierzulande möglichen Zählern zu den besuchenswertesten Köchen in der Region. Im Lokal an der Stauffacherstrasse, das über eine verflixt kleine Küche verfügt, stehen regionale und fair gehandelte Bioprodukte im Fokus: «Die Gerichte, die aus der kleinen Kombüse kommen, haben jenen Dreh, der aus ‹gut› etwas ‹Besonderes› macht», heisst es im roten Büchlein.

Noch vier weitere Restaurants haben sich gemäss den Testern des Gastroguides im Raum Zürich steigern können: Es sind dies das italienische La Zagra im Seefeld (neu 15 Punkte), im gleichen Quartier das Lake Side von der Gastrogruppe Kramer Gastronomie sowie das Garden Restaurant im Dolder Grand (beide neu 14 Punkte); schliesslich der Hirschen am See in Meilen, der zur Candrian-Gruppe gehört und es neu auf 13 Punkte schafft.

Einige neue Zürcher Restaurants

Bei denjenigen Restaurants, die in der Ausgabe 2016 der Gastrofibel neu auftauchen, fällt auf, dass gleich zwei japanisch inspirierte Gastlokale dabei sind: In der Agglomeration ist es das Yu Nijyo im Glattbrugger Edelhotel Kameha (15 Punkte, «als Startkapital», wie der «Gault Millau» schreibt); dort ist Norman Fischer fürs Gebotene verantwortlich, der schon an seiner früheren Wirkungsstätte in Deutschland bei den Kritikern in die Kränze kam. Und, dies wesentlich überraschender, das kleine Kokoro an der Neufrankengasse im Kreis 4 mit 12 Punkten; was die niedrigste Wertung ist, die es in den Führer schafft.

Ebenfalls neu im Guide sind das Restaurant Eden im Hotel Eden aus Lac (15 Punkte), die Taverne im Fehraltorfer Hecht, die Wirtschaft zur Burg in Meilen, das Gustav sowie der Florhof in Zürich; Letzterer kam in den vergangenen Jahren mit verschiedenen Köchen immer wieder in den «Gault Millau» (alle 14 Punkte). Das Team um Ringier-Cheftester Urs Heller verleiht zudem der Blume in Freudwil bei Uster 13 Punkte.

Gastrokritikern entgeht nichts

Wie immer sind den Gastrokritikern auch die personellen Veränderungen nicht entgangen: So haben sie mitbekommen, dass Françoise Wicki im Restaurant Helvetia in der Stadt Zürich «mal Pause macht», weshalb die Bewertung von 15 Punkten in Klammern gesetzt wurde. Ebenso, dass Antonio Colaianni (zuvor 17 Punkte) das Mesa, ebenfalls auf Stadtboden, Ende des Jahres verlassen wird – hier wird auf eine nummerische Einordnung komplett verzichtet.

Top sind übrigens die gleichen drei Gourmetlokale wie schon in der letzten Ausgabe: Ihre 18 Punkte halten konnten Hans Peter Hussong in der Wirtschaft zum Wiesengrund in Uetikon am See, Heiko Nieder im The Restaurant im Dolder Grand in Zürich und Rico Zandonella vom Rico’s in Küsnacht, das nun «offiziell» nicht mehr wie unter Horst Petermann Kunststuben heisst: «Tiefere Preise», schreibt der Tester. «Aber immer noch kompromisslos, wenns um Qualität und Präzision geht!» Bei den drei derart dekorierten Köchen tafelt der Geniesser also auf unverändert hohem Niveau – mal sehen, wie der «Guide Michelin» die Sache sieht: Er erscheint am kommenden Mittwoch.

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