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Wintereinbruch in der SchweizSo kalt war es im September selten

Eigentlich war eben erst Herbstbeginn, doch in den Bergen fällt so viel Schnee wie sonst praktisch nie zu dieser Zeit.

Schnee im Herbst – das gibt es laut SRF Meteo nur selten.
Video: Tamedia

In der Nacht zum Samstag hat es in Teilen der Schweiz so viel geschneit, wie sonst praktisch nie im September in den vergangenen Jahrzehnten. Im Kanton Wallis wurde sogar ein neuer Neuschnee-Rekord verzeichnet, wie SRF Meteo berichtet.

Demnach wurden in Montana am Samstagmorgen 25 Zentimeter Neuschnee gemessen. Seit Messbeginn im Jahr 1931 hat es das noch nicht gegeben.

Prächtig weiss wurde es auch im Bündnerland. In Davos fiel sogar noch mehr Schnee als in Montana. Dort, wo die Messungen ebenfalls 1931 begannen, fiel laut SRF erst fünf Mal so viel Neuschnee im September.

Auch die Kälte erreicht langjährige Spitzenwerte. In Schaffhausen war es im September letztmals 2002 so kalt, in Zürich letztmals 2004.

Seit Freitag zieht eine Kaltfront über die Schweiz. Die Polarluft sorgt für einen deutlichen Temperatursturz und lässt die Schneefallgrenze sinken. Am Freitag gibt es auf der Alpennordseite Temperaturen zwischen 10 und 14 Grad. Am Samstag und Sonntag sinkt Thermometer in der Nacht sogar örtlich auf 4 Grad ab.

Mit dem Wetterumschwung kommt es auch verbreitet zu Niederschlägen. Am Freitag sind vereinzelt auch Gewitter möglich. Dazu gibt es starken Wind, lokal sogar Sturmböen. Die Schneefallgrenze liegt am Freitag bei 1300 bis 1500 Metern. Am Samstag sinkt sie weiter. Dann ist Schneefall auf 1000 Metern möglich, örtlich sogar auf 700 Metern.

Schneeketten an mehreren Bündner Pässen obligatorisch

Der Wintereinbruch am Freitag hat in Graubünden in den höheren Lagen für prekäre Strassenverhältnisse gesorgt. Manche Töfffahrer wurden vom ersten Wintereinbruch nach dem Sommer völlig überrascht und mussten ihre Maschinen auf Passstrassen stehen lassen.

Aus Sicherheitsgründen geschlossen wurde der Flüelapass zwischen Davos und dem Unterengadin. Wer über die Pässe Julier, Albula, Bernina, Ofen, Splügen oder die Forcola di Livignio fahren wollte, der musste die Schneeketten am Fahrzeug montieren. Ausgenommen vom Obligatorium waren wie üblich Fahrzeuge mit Vierrad-Antrieb, wie der Strassenkarte des Tiefbauamts am Freitag zu entnehmen war.

Schneeketten mussten Fahrzeughalter auch mit dabei haben, die von Chur nach Lenzerheide unterwegs waren oder über den Wolfgangpass nach Davos fahren wollten.

Stehengelassene Motorräder

Das Kettenobligatorium sei vor allem erlassen worden, weil viele Verkehrsteilnehmer noch nicht mit der nötigen Winterausrüstung unterwegs gewesen seien, sagte Markus Walser von der Kantonspolizei Graubünden auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA. Einige Töfffahrer hätten ihre Maschinen auf Passstrassen stehen lassen müssen, weil sie nicht mehr hätten weiter fahren können.

Laut Walser gab es Zusammenstösse auf den Strassen. Die meisten Unfälle seien glimpflich abgelaufen. Es sei lediglich zu Blechschaden gekommen.

Am Montag wird es wieder wärmer

Freundlicher zeigt sich das Wetter auf der Alpensüdseite. Dort gibt es am Freitag 18 Grad, vereinzelt ist jedoch mit Gewittern zu rechnen. Am Samstag und am Sonntag zeigt sich die Sonne bei 18 Grad.

Am Montag wird es in der ganzen Schweiz wieder wärmer. Im Süden sind Temperaturen um die 20 Grad möglich. Ab Dienstag ist es auch in der Nordschweiz wieder über 15 Grad warm.

SDA/oli

35 Kommentare
    Karl Suter

    Die Klimaerwärmung scheint zu deutlich längeren Heizperioden zu führen. Ich habe in 70 Jahren noch nie so lange geheizt und noch nie so früh die Heizung wieder angedreht. Zugegeben. Dazwischen lagen 4 Wochen Sommer, eigentlich aber auch nicht besonders erwärmend.