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Ernüchterung bei Swiss Volley

Null Medaillen, null Diplome: Nach den enttäuschenden Leistungen der Schweizer Beachvolleyballer ist man beim Verband alles andere als zufrieden.

Roger Schnegg hatte in den letzten Tagen ein grosses Pensum zu bewältigen. Neben den Partien von Roger Federer verfolgte der Tennisfan und Direktor von Swiss Volley selbstredend sämtliche Partien der Schweizer Beachvolleyball-Teams.

«Ziel nicht erreicht»

Was er dabei zu sehen bekam, stimmte den Funktionär eines der grössten Sportverbände des Landes alles andere als zufrieden. Nach dem zu erwartenden, aber letztlich knappen Out von Martin Laciga und Jan Schnider gegen die Weltmeister Rogers/Dalhausser musste Schnegg feststellen: «Wir haben unser Ziel verfehlt.»

Swiss Volley hatte trotz der resultatmässig bislang schwächsten Saison seiner Spitzenduos seit Jahren in Peking mit einer Medaille gerechnet. Nun steht die schlechtest mögliche Bilanz: Keine Top-3-Klassierung, nicht einmal ein Diplom. «Mit dem Einzug in den Viertelfinal hätte alles anders ausgesehen», weiss Schnegg.

Patrick Heuscher und Sascha Heyer, denen man mit viel Goodwill eine Podestklassierung hätte zutrauen können, hatten sich in den letzten beiden Jahren mit einem grossen Betreuerstab minutiös auf die Olympischen Spiele vorbereitet. Im bislang wichtigsten gemeinsamen Turnier aber versagte das am besten vermarktete Schweizer Beachvolley-Duo. «Insbesondere von ihnen habe ich in Peking mehr erwartet», sagte der Berner Verbandsdirektor. Heyer/Heuscher, die heute in der Schweiz zurück erwartet werden, haben sich noch nicht über die gemeinsame Zukunft geäussert. Es ist nicht damit zu rechnen, dass «He/He» im üblichen Zyklus einer Olympiade bis 2012 weiterspielen werden.

Hoffnungsträger Laciga/Schnider

Von Laciga/Schnider zeigte sich Schnegg praktisch uneingeschränkt begeistert. «Mit ihnen bin ich sehr zufrieden. Sie haben vor allem gegen Rogers/Dalhausser sensationell gespielt. Ich finde es höchst bemerkenswert, dass Jan Martin emotional standhalten konnte», freute sich Schnegg. «Und Martin sah ich in den sechs Jahren als Direktor noch nie mit solchen Gefühlen und als derartige Leaderfigur.» Wenn das Turnier für Routinier Laciga und seinen hoch talentierten «Lehrling» Schnider der spielerische Massstab für die Zukunft war, wird die Wachablösung bei den Männern eine Frage der Zeit sein.

Kleine Schweizerinnen

Bei den Frauen stellt sich die Frage, ob und wie es mit dem nachnominierten Tandem Simone Kuhn/Lea Schwer nach dem kläglichen Out in der Vorrunde weitergehen soll. Schnegg: «Es kam der Moment, in dem klar wurde, dass wir ernsthaft darüber diskutieren müssen. Glauben sie noch vier weitere Jahre an sich? Macht es noch Sinn?» Wohl mangels Alternativen am Block dürfte sich in absehbarer Zeit auch bei den weiteren Schweizer Frauenteams auf ordentlichem Niveau nichts an der Zusammensetzung ändern. «Es reicht eventuell nicht, Änderungen schon für London 2012 hinzubekommen», glaubt Schnegg. «Das müsste schon jemand vom Kaliber Jan Schniders sein, um diese kleine Lücke zu füllen.» Potenzial sieht der Direktor im Juniorenbereich. «In Indoor-Nationalteams sind die Spielerinnen im Schnitt 1,82 oder 1,83 m gross.»

si/cal

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