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Bolt nimmt 200-m-Rekord ins Visier

Nachdem Usain Bolt den 100-m-Weltrekord in neue Sphären geschraubt hat, könnte nun auch Michael Johnsons lange unantastbare 200-m-Bestzeit ins Wanken kommen.

Seit Ben Johnson in Seoul 1988 war keiner mehr derart überlegen: Bolt könnte nun auch den 200-m-Weltrekord pulverisieren.
Seit Ben Johnson in Seoul 1988 war keiner mehr derart überlegen: Bolt könnte nun auch den 200-m-Weltrekord pulverisieren.
Keystone

Wird dieser phänomenale Usain Bolt am Mittwoch nun auch den legendären 200-m-Weltrekord Michael Johnsons (19,32) aus dem Jahr 1996 zertrümmern? Das war die Frage nicht nur unter den Leichtathletik-Experten am Tag nach dem 100-m-Goldrush des Jamaikaners in Weltrekordzeit. Gleichzeitig vermeldeten die Organisatoren von Athletissima am 2. September in Lausanne die Verpflichtung Bolts für das 200-m-Rennen.

Bolt kürzlich über sein Verhältnis zu den beiden Sprintdistanzen: «Bedeutender ist der 100-m-Rekord, denn die Leute wollen den schnellsten Mann der Welt sehen. Aber wichtiger sind für mich die 200 m. Diese Disziplin ist mein Lebensinhalt.» Im vergangenen Jahr bei den Weltmeisterschaften in Osaka hatte ihm Doppelweltmeister Tyson Gay den 200-m-Titel noch weggeschnappt. Das soll in Peking nicht mehr passieren.

Das «Double» klar im Visier

«Ich kümmere mich nicht um die Weltrekorde», sagte Bolt nach seinem Traumlauf vom Samstag. Ich habe alle Zeit dafür. Jetzt konzentriere ich mich auf die 200 m.» Die Vorläufe über die halbe Bahnrunde (mit den Schweizer Marco Cribari und Marc Schneeberger) haben in der Nacht auf Montag (Schweizer Zeit) begonnen.

Auch wenn Bolt lediglich vom «Double» 100/200 m spricht, das bei Olympia zuletzt 1984 in Los Angeles Carl Lewis (USA) geschafft hat, trauen ihm viele eine massive Verbesserung seiner persönlichen 200-m-Bestzeit von 19,67 (im Juli in Athen) zu; Bolt hat im Übrigen auch für die zwei nächstbesten Resultate des Jahres gesorgt. Michael Johnson, Doppelsieger 200/400 m bei den Olympischen Spielen 1996 in Atlanta, wo er den legendären 200-m-Weltrekord von 19,32 realisiert hatte, erklärte kürzlich: «Ich bin bereit, meinem Rekord Adieu zu sagen, wenn Bolts Entwicklung so weitergeht.»

Ein grosses Talent mit Zukunft

Wie alle Sprinter bewundert auch der Zürcher Rolf Malcom Fongué, der im vergangenen Winter mit der Gruppe Bolts in Jamaica trainieren konnte, den neuen Olympiasieger: «Er ist ein überdurchschnittlich Begabter und setzt alles sehr schnell um.»

In Peking wird Bolt in den nächsten Tagen das harte Training vor der Olympiasaison, das ihm sein Coach Glen Mills verordnet hat, zugute kommen. Wenn alles normal verläuft, hat er am Mittwoch um 22.21 Uhr Ortszeit nach dem 200-m-Final acht Rennen hinter sich. Da fällt auch die «neue Seriosität» des Usain Bolt ins Gewicht: «Früher feierte ich dreimal in der Woche ein Fest, jetzt vielleicht noch fünf Mal im Jahr.»

Seine Konkurrenz, mit Ausnahme der US-Sprinter, deren Bewunderung Bolts sich in Grenzen hält, traut ihm weitere Grosstaten zu. Richard Thompson, der 100-m-Silbergewinner aus Trinidad: «Es war nur eine Frage der Zeit, bis Usain beginnen würde, derartige Resultate zu produzieren. Ich ziehe den Hut vor ihm.» Und Bolts Landsmann Asafa Powell, der enttäuschende Fünfte: «Er ist der Beste. Nichts kann ihn stoppen. Er ist sehr explosiv, und er ist sehr jung.»

si/cal

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