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Zwei Polizisten in New York erschossen

Sie sassen in ihrem Streifenwagen, als ein Unbekannter das Feuer auf die beiden Beamten eröffnete. Die tödlichen Schüsse kommen zu einem Zeitpunkt, an dem die Polizei viel Kritik einstecken muss.

Ihre Kollegen wurden mit gezielten Schüssen getötet: Polizisten am Tatort. (20. Dezember 2014)
Ihre Kollegen wurden mit gezielten Schüssen getötet: Polizisten am Tatort. (20. Dezember 2014)
AFP

Mit gezielten Schüssen auf die Köpfe seiner Opfer hat ein bewaffneter Mann in New York City zwei Polizisten in ihrem Streifenwagen getötet. Der 28-Jährige habe die beiden Polizeibeamten Liu W. und Raphael R. am Samstagnachmittag (Ortszeit) in Brooklyn «ganz einfach ermordet», sagte der Chef der New Yorker Polizeibehörde NYPD, William Bratton. Zuvor habe der verdächtige Ismaaiyl B. in der US-Grossstadt Baltimore auch auf seine Exfreundin geschossen und sie damit verletzt. Wie schwer die Verletzungen sind, war zunächst unklar.

Bratton erklärte auf einer gemeinsam mit Bürgermeister Bill de Blasio einberufenen Pressekonferenz, der mutmassliche Täter habe ohne Vorwarnung oder Anlass durch das Beifahrerfenster auf die Polizeibeamten geschossen. Beide Polizisten seien später in einer Klinik gestorben. Nach den Todesschüssen in der Nachbarschaft Bedford-Stuyvesant sei B. in eine nahe gelegene U-Bahnstation gerannt, wo er sich mit Schüssen in den Kopf selbst getötet habe, sagte Bratton. Viele Strassen in dem Viertel wurden am Samstag abgesperrt.

Der Täter rannte in die nahe U-Bahnstation: Ein Video zeigt den Polizeieinsatz. (Quelle: John Arcequie/Storyful)

Der mutmassliche Täter war laut Bratton dunkelhäutig und hatte zuvor in dem Sozialen Netzwerk Instagram «sehr polizeifeindliche» Kommentare abgegeben. Zwei Beamte sagten der Nachrichtenagentur AP, der Mann habe davon gesprochen, zwei «Schweine» als Vergeltung für den Tod von Eric Garner zu erschiessen.

«Sie haben 1 von uns genommen, lasst uns 2 von ihnen nehmen», schrieb B. laut den Offiziellen und setzte Hashtags hinter die Aussage, die auf die beiden schwarzen Getöteten Garner und Michael Brown verwiesen. Über den Zugang seiner Exfreundin veröffentlichte er ein Foto einer silbernen Handfeuerwaffe und schrieb: «Dies könnte mein letzter Post sein.»

Die tödlichen Schüsse in der grössten Stadt der USA kommen zu einem Zeitpunkt, an dem die Polizei heftig für ihr Vorgehen gegen Schwarze kritisiert wird. Unter anderem hatte ein Polizist in New York City den unbewaffneten Schwarzen Garner in einen umstrittenen Würgegriff genommen, wodurch der Mann starb.

US-Justizminister EricHolder bezeichnete die Schüsse vom Samstag als «entsetzlichen Akt der Barbarei». Nach Angaben des Weissen Hauses wurde auch Präsident Barack Obama über den Fall unterrichtet.

Keine Verbindung zu Eric Garner

Der Bürgerrechtler Al Sharpton, der zuletzt in engem Kontakt mit den Angehörigen der getöteten Schwarzen stand, machte deutlich, dass es keine Verbindung zwischen der Familie von Eric Garner und dem Verdächtigen gebe. «Jeder Gebrauch der Namen von Eric Garner und Michael Brown in Verbindung mit jeglicher Gewalt oder Tötung der Polizei ist verwerflich und gegen das Streben nach Gerechtigkeit in den beiden Fällen», sagte Sharpton.

Zuletzt war im Dezember 2011 ein Polizeibeamter in New York City erschossen worden. Peter Figoski war nach einem vermeintlichen Einbruch in ein Apartment in Brooklyn gerufen worden. Dort wurde Figoski von einem Mann, der sich in einem Nebenraum versteckt hatte, ins Gesicht geschossen, wodurch er getötet wurde.

Polizisten salutieren ihren Kollegen. (Quelle: Storyful)

Strafakten zeigen, dass B. häufiger im US-Staat festgenommen wurde, unter anderem wegen Raubs, Ladendiebstahls, des Tragens einer versteckten Waffe, Ruhestörung und Behinderung eines Vollzugsbeamten. Er sei in Georgia gemeldet gewesen, habe aber Verbindungen nach Brooklyn gehabt, sagte NYPD-Chef Bratton.

AP/AFP

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