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Zahl der Taifunopfer stark nach oben korrigiert

Zwei Wochen nach Haiyan zählen die philippinischen Behörden über 5200 Tote. 1600 Menschen werden noch immer vermisst. Aus der Katastrophe sollen nun Lehren gezogen werden.

In gefährdeten Küstengebieten soll nun nicht mehr gebaut werden dürfen: Zerstörtes Quartier in Tacloban. (22. November 2013)
In gefährdeten Küstengebieten soll nun nicht mehr gebaut werden dürfen: Zerstörtes Quartier in Tacloban. (22. November 2013)
Keystone
Die Zahl der Toten steigt und steigt: Ein Mann stapft durch die überflutete Stadt Tacloban. (20. November 2013)
Die Zahl der Toten steigt und steigt: Ein Mann stapft durch die überflutete Stadt Tacloban. (20. November 2013)
Keystone
Werden evakuiert: Einwohner der Stadt Legazpi. (9. November 2013)
Werden evakuiert: Einwohner der Stadt Legazpi. (9. November 2013)
AFP
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Die philippinischen Behörden haben die Zahl der Taifun-Toten stark nach oben revidiert: Mindestens 5209 Menschen kamen beim Unglück vor zwei Wochen ums Leben. Immer noch galten 1600 Menschen als vermisst.

«Es ist sehr traurig, aber wir können sagen, dass der schlimmste Teil dieser Tragödie jetzt hinter uns liegt», sagt Innenminister Mar Roxas. Die mehr als vier Millionen Vertriebenen und mehr als 20'000 Verletzten würden inzwischen mit dem Nötigsten versorgt. Die Hälfte der Trümmer von gut einer Million beschädigten oder zerstörten Häusern seien beiseite geräumt. «Wir erreichen jetzt die Wiederaufbauphase», sagte er.

Keine Häuser mehr in Risikogebieten

Hunderttausende leben noch in selbst gebauten Verschlägen ohne Toiletten und fliessendes Wasser. Die vorübergehende Unterbringung in angemessenen Unterkünften habe jetzt Priorität, sagte Bauminister Rogelio Singson: «Wir haben die Lokalbehörden aufgefordert, Plätze herzurichten, damit wir dort Zelte und Notunterkünfte aufbauen können.»

Für den Wiederaufbau permanenter Häuser müssten neue Bebauungspläne her. An gefährdeten Küsten sollen keine neuen Häuser entstehen, sagte er. Der Taifun hatte eine Sturmflut mit meterhohen Wellen ausgelöst, die Hunderte Meter ins Land rollte und alles fortriss. Mit Windgeschwindigkeiten von 300 Kilometern in der Stunde war Haiyan einer der mächtigsten Taifune, die je Land erreichten.

1,5 Millionen Kinder bedroht

Auf den Philippinen sind infolge der Taifun-Katastrophe nach Angaben der Vereinten Nationen 1,5 Millionen Kinder von Mangelernährung bedroht. Die UNO-Nothilfekoordinatorin Valerie Amos sagte am Freitag in New York, sie befürchte einen weiteren Anstieg der Todesopfer.

«Ich bin sehr besorgt wegen der 1,5 Millionen Kinder, denen Mangelernährung droht, und wegen der fast 800'000 schwangeren und stillenden Frauen, die Nahrungsmittelhilfe brauchen», sagte Amos nach ihrer Rückkehr von den Philippinen an einer Pressekonferenz.

Mut dank Boxübertragung

Die Übertragung eines Wettkampfs der philippinischen Box-Ikone Manny Pacquiao auf eine Grossbildleinwand soll den Überlebenden der Taifunkatastrophe in Tacloban Mut machen. Das erklärte der grösste philippinische Kabelfernsehanbieter Sky Cable, dessen Techniker am Samstag im Astrodome von Tacloban die Videoleinwand aufbauten.

Auch Behördenvertreter versprachen sich von der Übertragung des Kampfs am Sonntag eine Ermutigung für die Überlebenden, die seit dem Taifun Haiyan vor zwei Wochen ums Überleben kämpfen. Bei dem Taifun kamen mehr als 5000 Menschen ums Leben.

Der Boxer, der als erster und bislang einziger Weltmeistertitel in sieben Gewichtsklassen gewann, hat Wurzeln in Tacloban. Der 34-Jährige tritt am Sonntag in Macau gegen Brandon Rios an.

sda/AP/ami/chk

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