Zum Hauptinhalt springen

«Wir sind einfach nur traurig»

Nach dem Vierfachmord von Rupperswil sind die Einwohner bestürzt. Der Gemeindeammann beschreibt die Gefühlslage in seinem Dorf.

fal
Die gefundenen DNA-Profile erzielten keine Treffer in den Datenbanken: Aargauer Ermittler und Staatsanwälte informierten in Schafisheim AG. (18. Februar 2016)
Die gefundenen DNA-Profile erzielten keine Treffer in den Datenbanken: Aargauer Ermittler und Staatsanwälte informierten in Schafisheim AG. (18. Februar 2016)
Alexandra Wey, Keystone
Die Ermittler führten rund 110 Einvernahmen durch, die Auswertung der Dash-Cam-Aufnahmen ist noch im Gang: Barbara Loppacher, Leiterin der Staatsanwaltschaft Lenzburg-Aarau.
Die Ermittler führten rund 110 Einvernahmen durch, die Auswertung der Dash-Cam-Aufnahmen ist noch im Gang: Barbara Loppacher, Leiterin der Staatsanwaltschaft Lenzburg-Aarau.
Alexandra Wey, Keystone
Eine Sonderkommission aus rund 40 Leuten ist an dem Fall dran, so viele wie noch nie (v.l.): Barbara Loppacher und Markus Gisin, der Leiter der Aargauer Kriminalpolizei.
Eine Sonderkommission aus rund 40 Leuten ist an dem Fall dran, so viele wie noch nie (v.l.): Barbara Loppacher und Markus Gisin, der Leiter der Aargauer Kriminalpolizei.
Alexandra Wey, Keystone
Das Interesse war gross: Medienschaffende in Schafisheim AG.
Das Interesse war gross: Medienschaffende in Schafisheim AG.
Alexandra Wey, Keystone
Die Aargauer Behörden liessen Fahndungsaufrufe in verschiedenen Sprachen drucken. (18. Februar 2016)
Die Aargauer Behörden liessen Fahndungsaufrufe in verschiedenen Sprachen drucken. (18. Februar 2016)
Alexandra Wey, Keystone
Trauernde sind auf dem Weg zum Gedenkgottesdienst für die Opfer des vierfachen Mordes in Rupperswil. (8. Januar 2015)
Trauernde sind auf dem Weg zum Gedenkgottesdienst für die Opfer des vierfachen Mordes in Rupperswil. (8. Januar 2015)
Keystone
Vor der Kirche stehen Blumenkränze bereit. (8. Januar 2016)
Vor der Kirche stehen Blumenkränze bereit. (8. Januar 2016)
Keystone
Im Gedenken an die Nummer 9: Die C1 Junioren des FC Aarau widmeten ihrem ermordeten Team-Mitglied einen Sieg. Sein Trikot war immer dabei.
Im Gedenken an die Nummer 9: Die C1 Junioren des FC Aarau widmeten ihrem ermordeten Team-Mitglied einen Sieg. Sein Trikot war immer dabei.
SVS-Hallen-Masters
Tiefe Betroffenheit: Gemeindeammann Ruedi Hediger versucht, die Stimmung in Rupperswil zu erklären. (Archiv)
Tiefe Betroffenheit: Gemeindeammann Ruedi Hediger versucht, die Stimmung in Rupperswil zu erklären. (Archiv)
Gian Ehrenzeller, Keystone
Die Dorfidylle ist vorbei: Rupperswil ist nach der Bluttat mit vier Toten über Nacht im ganzen Land bekannt geworden.
Die Dorfidylle ist vorbei: Rupperswil ist nach der Bluttat mit vier Toten über Nacht im ganzen Land bekannt geworden.
Walter Bieri, Keystone
«Ausgeprägte Brutalität»: Forensiker Frank Urbaniok äussert sich zum Vierfachmord in Rupperswil. (27.12.2015)
«Ausgeprägte Brutalität»: Forensiker Frank Urbaniok äussert sich zum Vierfachmord in Rupperswil. (27.12.2015)
«Kann sein, dass sich die Opfer wehrten»: Der Tatort in Rupperswil AG. (24.12.2015)
«Kann sein, dass sich die Opfer wehrten»: Der Tatort in Rupperswil AG. (24.12.2015)
Walter Bieri, Keystone
Diese Wohlener Apotheke sollen am Tag der Tat zwei Unbekannte mit Schnittwunden betreten haben.
Diese Wohlener Apotheke sollen am Tag der Tat zwei Unbekannte mit Schnittwunden betreten haben.
Screenshot Tele Züri
Die Ermittler haben sich in Spitälern und Apotheken nach Verdächtigen erkundigt: Die Aargauer Kantonspolizei mit Rechtsmedizinern und Forensikern am Tatort.
Die Ermittler haben sich in Spitälern und Apotheken nach Verdächtigen erkundigt: Die Aargauer Kantonspolizei mit Rechtsmedizinern und Forensikern am Tatort.
Giorgia Müller
Mithilfe der Bevölkerung: Bernhard Graser, Mediensprecher der Kantonspolizei Aargau, hält das Flugblatt mit dem Zeugenaufruf in der Hand. (24. Dezember 2015)
Mithilfe der Bevölkerung: Bernhard Graser, Mediensprecher der Kantonspolizei Aargau, hält das Flugblatt mit dem Zeugenaufruf in der Hand. (24. Dezember 2015)
Walter Bieri, Keystone
Kantonspolizisten suchen an Weihnachten das Gespräch mit den Dorfbewohnern.
Kantonspolizisten suchen an Weihnachten das Gespräch mit den Dorfbewohnern.
Walter Bieri, Keystone
Die Einwohner haben viele Kerzen im Haus, wo die Opfer gefunden worden sind, hinterlegt.
Die Einwohner haben viele Kerzen im Haus, wo die Opfer gefunden worden sind, hinterlegt.
Walter Bieri, Keystone
Zeugen gesucht: Die Polizei hat ein Bild des 48-jährigen Opfers Carla S. veröffentlicht, das sie in der Filiale der Aargauischen Kantonalbank in Wildegg zeigt.
Zeugen gesucht: Die Polizei hat ein Bild des 48-jährigen Opfers Carla S. veröffentlicht, das sie in der Filiale der Aargauischen Kantonalbank in Wildegg zeigt.
Kapo AG
Es ist ein Tötungsdelikt: Die vier Personen, die am Montag in Rupperswil AG nach einem Brand tot in einem Wohnhaus aufgefunden wurden, sind Opfer eines Kapitalverbrechens.
Es ist ein Tötungsdelikt: Die vier Personen, die am Montag in Rupperswil AG nach einem Brand tot in einem Wohnhaus aufgefunden wurden, sind Opfer eines Kapitalverbrechens.
Stefan Hohler
Im Hausteil, in dem sich der Brand ereignet hatte, wohnte eine Mutter mit ihren zwei Söhnen im Alter von 13 und 19 Jahren.
Im Hausteil, in dem sich der Brand ereignet hatte, wohnte eine Mutter mit ihren zwei Söhnen im Alter von 13 und 19 Jahren.
Stefan Hohler
Die Polizei ermittelte in alle Richtungen, jetzt ist klar: Die Opfer wiesen Stich- und Schnittverletzungen auf, der Brand wurde absichtlich gelegt.
Die Polizei ermittelte in alle Richtungen, jetzt ist klar: Die Opfer wiesen Stich- und Schnittverletzungen auf, der Brand wurde absichtlich gelegt.
Stefan Hohler
Der Brand im Einfamilienhaus konnte von der Feuerwehr rasch gelöscht werden.
Der Brand im Einfamilienhaus konnte von der Feuerwehr rasch gelöscht werden.
Giorgia Müller
Die Polizei befragte in der Nachbarschaft die Anwohner.
Die Polizei befragte in der Nachbarschaft die Anwohner.
Giorgia Müller
Ein Feuerwehrauto auf der Lenzhardstrasse in Rupperswil AG, wo sich der Wohnungsbrand ereignete. (21. Dezember 2015)
Ein Feuerwehrauto auf der Lenzhardstrasse in Rupperswil AG, wo sich der Wohnungsbrand ereignete. (21. Dezember 2015)
Keystone
1 / 26

Die Stimmung im aargauischen Rupperswil ist nach dem vierfachen Mord vom 21. Dezember während der Feiertage alles andere als besinnlich. «Man merkt, dass die Betroffenheit sehr gross ist. Egal, wen man auf der Strasse antrifft, es ist immer das erste Thema», sagt Gemeindeammann Ruedi Hediger in der Online-Ausgabe der «Aargauer Zeitung». Zum Teil sei auch eine Verunsicherung zu spüren, weil man noch nicht wisse, wer die Täterschaft gewesen sei und welches Motiv sie hatte.

Wie die anderen Bewohner der rund 5000 Einwohner zählenden Gemeinde sei er nach der Nachricht erschüttert gewesen und habe vor allem an die Angehörigen gedacht. «Es ist wichtig, dass sie jetzt nicht alleine gelassen werden. Unsere Türen stehen offen», sagt Hediger. Er sei zu jenem Zeitpunkt in Davos gewesen. Danach sei er sofort nach Hause gefahren und habe umgehend den Gemeinderat zu einer Krisensitzung einberufen. Um Klarheit in der Kommunikation zu schaffen, hat der Rat beschlossen, dass Hediger, zugleich Geschäftsführer des Schweizerischen Turn-Verbandes, in Sachen Kommunikation alleiniger Ansprechpartner ist. «Wir mussten uns der Tragweite bewusst werden.» Eine allfällige öffentliche Gedenkfeier sei gemäss dem Gemeindevorsteher noch nicht in Planung, doch werde darüber im Rat noch diskutiert.

Vertrauen in die Polizei

Schon vor wenigen Wochen stand Rupperswil in den Schlagzeilen, weil ein Mörder im Dorf gewohnt hatte und die Gemeinde für seine Verwahrung aufkommen muss. Nun wird sogar im Ausland über den Vierfach-Mord kurz vor Weihnachten berichtet. Hediger erklärt gegenüber der «Aargauer Zeitung», dass dies zwei völlig verschiedene Fälle seien. «Ja, es passierte ein Vierfach-Mord in Rupperswil. Aber dass es genau hier war, kann auch nur Zufall sein. Es hat auf jeden Fall nichts mit dem Dorf Rupperswil zu tun.» Momentan würde das aber auch keine Rolle spielen. «Wir sind einfach nur traurig und tief betroffen.»

Die Aargauer Kantonspolizei ermittelt intensiv im Mordfall. Hediger weiss die Bemühungen der Behörden zu schätzen. «Wir haben grosses Vertrauen in die Kantonspolizei und sind dankbar dafür, wie sie an den Fall herangegangen ist und die Verantwortung übernommen hat, für Klarheit zu sorgen.» Es sei ein grosser Einsatz, und die Polizisten würden gute Arbeit leisten.

Aber der Gemeindeammann sagt auch das, was sich eigentlich alle in Rupperswil wünschen: «Wir hoffen, dass die Polizei den Fall bald aufklären wird.»

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch