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Nach 70 Jahren Wartezeit 11 Stunden die Familie sehen

89 Südkoreaner sind nach Nordkorea aufgebrochen. Sie treffen Verwandte, die sie seit dem Krieg nicht gesehen haben.

Südkoreanische Teilnehmer in der Nähe der demilitarisierten Zone (DMZ) in Goseong in Südkorea, bevor sie die Grenze in den Norden überqueren. (20. August 2018)
Südkoreanische Teilnehmer in der Nähe der demilitarisierten Zone (DMZ) in Goseong in Südkorea, bevor sie die Grenze in den Norden überqueren. (20. August 2018)
Kim Hong-Ji, Reuters
Für viele Teilnehmer wird es wohl das letzte Mal sein, dass sie ihre Familie sehen: Der Südkoreaner Bong-eoh bei der Ankunft im Hotel. (19. August 2018)
Für viele Teilnehmer wird es wohl das letzte Mal sein, dass sie ihre Familie sehen: Der Südkoreaner Bong-eoh bei der Ankunft im Hotel. (19. August 2018)
Ed Jones, AFP
Die Teilnehmer aus Südkorea, die hier die Nationalhymne singen, wurden einen Tag vor dem Treffen noch über das Vorgehen informiert. (19. August 2018)
Die Teilnehmer aus Südkorea, die hier die Nationalhymne singen, wurden einen Tag vor dem Treffen noch über das Vorgehen informiert. (19. August 2018)
Ed Jones, AFP
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Anlässlich der ersten Familienzusammenführung seit drei Jahren sind Dutzende Südkoreaner am Montag über die Grenze nach Nordkorea gereist. Das dreitägige Treffen findet in der nordkoreanischen Region Kumgang statt.

Von südkoreanischer Seite nehmen 89 Senioren teil. Festlich gekleidet hatten sie am Morgen zunächst Busse im südkoreanischen Sokcho bestiegen, die anschliessend in Begleitung von Polizei und medizinischem Personal in Richtung Norden aufbrachen. Der Konvoi passierte später die entmilitarisierte Zone und die Grenze zu Nordkorea.

In einem Ferienresort im nordkoreanischen Diamantengebirge werden die Familien, die de facto keine Möglichkeiten zum Kontakt haben, bis zum Mittwoch rund elf Stunden miteinander verbringen können. Durch den Koreakrieg (1950 bis 1953) waren Millionen Menschen getrennt worden. Viele Familienmitglieder haben sich seither nicht mehr gesehen.

130'000 sind registriert

Nord- und Südkorea hatten zu Jahresbeginn einen Kurs der Annäherung gestartet. Beide Seiten vereinbarten unter anderem, wieder häufiger Familientreffen zu organisieren. Seit dem Jahr 2000 hatten die Nachbarländer 20 derartige Treffen veranstaltet.

Familienzusammenkunft: 89 Südkoreaner treffen ihre nordkoreanische Verwandte. Video: Tamedia/AFP

Für diese staatlich organisierten Treffen, die es seit 1985 mit Unterbruch gibt, müssen sich die Familien auf eine Warteliste setzen lassen. Schon mehr als 17'000 Südkoreaner haben gemäss «Washington Post» an den mehr als 20 Treffen teilgenommen, doch mehr als 130'000 haben sich registriert. Über die Hälfte der Registrierten ist allerdings bereits tot. Und für alle anderen wird die Zeit allmählich knapp: Die meisten derjenigen, die noch immer auf ein Wiedersehen hoffen, sind inzwischen über 80 Jahre alt. Der älteste südkoreanische Teilnehmer bei diesem Treffen ist 101.

Die koreanische Halbinsel ist seit dem Koreakrieg 1950-1953 geteilt. Das abgeschottete Nordkorea wird totalitär geführt und gilt als einer der am schwersten zugänglichen Staaten der Erde. Südkorea ist dem westlichen Beispiel gefolgt und wird demokratisch regiert.

SDA/roy

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