Toter Pottwal hatte Plastikbecher und Taschen im Magen

In Schottland wurde viel Plastikmüll im Magen eines Pottwals gefunden. Die schiere Menge überrascht selbst die Fachleute.

Ein 20-Tönner mit 100 Kilo Abfall im Magen: Mitglieder der Scottish Marine Animal Strandings Scheme waren verblüfft ob des Anblicks. Bild: Smass

Ein 20-Tönner mit 100 Kilo Abfall im Magen: Mitglieder der Scottish Marine Animal Strandings Scheme waren verblüfft ob des Anblicks. Bild: Smass

Trauriger Fund an der Westküste Schottlands: Mitglieder der Gruppe Scottish Marine Animal Strandings Scheme (Smass), welche im Auftrag der britischen Regierung Strandungen an der schottischen Küste überwacht und untersucht, entdeckten bei der Obduktion eines toten Pottwals rund 100 Kilogramm Plastikmüll in dessen Magen. Netze, Seile, Plastikbecher, Taschen, Handschuhe: «All das Material befand sich als grosses Knäuel im Magen, und einiges sah so aus, als wäre es schon länger dort gewesen», schrieb die Organisation am Montag in einem Facebook-Post.

Obwohl der Müll die Eingeweide des Meeressäugers wohl nicht beeinflusst hatte, so sei es durchaus denkbar, dass er zumindest ein Faktor bei dessen Strandung war, heisst es weiter. Nichtsdestotrotz sei die Menge bedenklich und zeige die Gefahren auf, die mit der Verschmutzung der Gewässer und verloren gegangenem Fischereigeschirr einhergingen.

Verloren gegangenes Fischereimaterial: Ein Fangnetz im Magen des Pottwals. Bild: Smass

Dass Plastikmüll im Magen von Meerestieren landet, ist keine Seltenheit. Bereits vor drei Jahren haben US-Forscher prognostiziert, dass innert vierzig Jahren 99 Prozent aller Seevögel Kunststoffteile im Magen aufweisen werden.

Ungewöhnlich in diesem Fall sei die schiere Menge, erklärte Andrew Brownlow, Leiter von Smass, am Dienstag gegenüber der «New York Times». «Dies ist ein ungewöhnlicher, aber leider nicht beispielloser Fall. Pottwale und andere tief tauchende Schnabelwale stranden immer wieder mit Abfall im Magen an den Küsten Europas.» Weitere Untersuchungen sollen Aufschluss darüber geben, wie es zu dieser Menge Abfall im Magen des Pottwals gekommen war.

Auch Seile waren Bestandteile des Abfallknäuels im Magen des Meeressäugers. Bild: Smass

Der tote Wal sei inzwischen beerdigt worden, schreibt die Organisation in ihrem Facebook-Post weiter. Dabei seien nicht viele Möglichkeiten im Raum gestanden. «Den 20-Tönner zu verschieben, war keine Option, ebenso wenig, ihn ins Meer zu schleppen. Wir mussten ihn vor Ort beerdigen.»

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