Vier Jahre Haft für angehende Jihad-Krankenschwester

Eine 19-Jährige aus dem US-Staat Colorado wurde wegen versuchter Beihilfe der Terrormiliz Islamischer Staat verurteilt.

Machte für Shannon Conley einen Deal mit der Staatsanwaltschaft: Der Pflichtverteidiger spricht zu den Medien. (23. Januar 2015)

Machte für Shannon Conley einen Deal mit der Staatsanwaltschaft: Der Pflichtverteidiger spricht zu den Medien. (23. Januar 2015)

(Bild: Keystone)

Wegen versuchter Beihilfe der Terrormiliz Islamischer Staat muss eine 19-Jährige im US-Staat Denver für vier Jahre hinter Gitter. Das Urteil gegen Shannon Conley erging am Freitag in einem Bundesgericht in Denver, Colorado, ihre Eltern verfolgten den Richterspruch.

Im September hatte sich die Teenagerin der versuchten Unterstützung einer ausländischen Terrororganisation schuldig bekannt. Fünf Monate zuvor war sie von FBI-Agenten festgenommen worden, als sie ein Flugzeug besteigen wollte, mit dem sie nach eigener Aussage nach Syrien reisen wollte.

Deal mit Staatsanwaltschaft

Den Beamten erklärte sie, sie wolle einen tunesischen Verehrer heiraten, der sich im Online-Chat als IS-Kämpfer ausgegeben habe. Zudem gab Conley an, ihre Ausbildung als Krankenschwester für eine Beteiligung am Jihad nutzen zu wollen.

Ursprünglich drohten Conley fünf Jahre Haft. Doch ging sie einen Deal mit der Staatsanwaltschaft ein, laut dem sie Informationen über andere Amerikaner preisgeben sollte, die womöglich ähnliche Pläne hätten. Die Höhe der Haftstrafe hing letztlich zum Teil von der Nützlichkeit ihrer Aussagen ab.

Richter traut ihr nicht

Vor der Urteilsverkündung gab sich Conley reumütig. Sie habe dem Jihad abgeschworen, sagte sie vor Gericht. Die Personen, die sie beeinflusst hätten, hätten den Koran falsch dargestellt. Allerdings hatte Richter Raymond Moore zuvor Zweifel an Conleys Abkehr vom Jihad geäussert. Dazu verwies er auf einen Brief, den sie einer Freundin aus der Haft geschrieben habe, in dem sie andere Insassen beschimpfte, die den Terrorismus verurteilt hätten.

Zudem sei Conley schon früher wegen ihrer Aufsässigkeit aufgefallen, was sich auch im jüngsten Fall bemerkbar gemacht habe, sagte Moore. Die Jugendliche benötige psychologische Betreuung.

chk/AP

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