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Venezuela geht gegen «El País» vor

Caracas akzeptiert die «magere Entschuldigung» der spanischen Tageszeitung nicht. «El País» hat ein falsches Bild des krebskranken Hugo Chávez veröffentlicht, welches angeblich seine Krankenschwester aufnahm.

«Fahrlässige Aktion»: Titelbild von «El País» mit dem «falschen» Hugo Chávez. (24. Januar 2013)
«Fahrlässige Aktion»: Titelbild von «El País» mit dem «falschen» Hugo Chávez. (24. Januar 2013)
AFP

Nach der Veröffentlichung eines falschen Fotos des krebskranken venezolanischen Präsidenten Hugo Chávez hat die Regierung in Caracas rechtliche Schritte gegen die spanische Zeitung «El País» angekündigt. Mit der «mageren Entschuldigung» der Verlagsleitung von gestern sei es nicht getan, erklärte der venezolanische Informations- und Kommunikationsminister Ernesto Villegas.

Das Foto auf der Titelseite von «El País», das nicht Chávez, sondern einen anderen Patienten zeigt, habe nicht nur dem Präsidenten, sondern auch der venezolanischen Gesellschaft «Schaden zugefügt».

«Fahrlässige Aktion»

Caracas bezeichnete die Veröffentlichung als «fahrlässige Aktion», die in die Geschichte als «schändliche Seite des weltweiten Journalismus» eingehen werde. Sie sei zudem Ausdruck einer «systematischen Offensive der transnationalen Medienmacht gegen die bolivarianische Revolution und den Kommandanten Chávez».

«El País» hatte sich zuvor für die Veröffentlichung des angeblichen Exklusivfotos von Chávez in seinem Krankenbett entschuldigt. Nach Entdeckung des Fehlers sei die Titelseite geändert und das Foto von der Internetseite der Zeitung gelöscht worden.

Foto angeblich von Krankenschwester aufgenommen

Später teilte das renommierte Blatt in seiner Onlineausgabe mit, dass nach Angaben der Agentur Gtres online, von der es das Foto erwarb, eine kubanische Krankenschwester das Bild aufgenommen hatte. Diese habe das Bild ihrer in Spanien lebenden Schwester übermittelt. Nach Villegas' Angaben stammt die Aufnahme aus einem im August 2008 ins Internet gestellten Youtube-Video über einen chirurgischen Eingriff an einem unter Akromegalie leidenden Patienten.

Chávez hält sich seit Dezember zum wiederholten Mal zur Krebsbehandlung in Kuba auf. Sein letzter öffentlicher Auftritt war am 10. Dezember, seinen Amtseid konnte der im Oktober für weitere sechs Jahre wiedergewählte Staatschef nicht wie geplant am 10. Januar ablegen.

(AFP)

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