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Vater erstickte Sohn mit Kissen

Ein 45-jähriger Mann, der 2009 seinen Sohn tötete, steht seit heute in Basel vor dem Strafgericht. Der Angeklagte machte geltend, er sei sich der vom Kissen ausgehenden Gefahr nicht bewusst gewesen.

Vorsätzliche Tötung? Strafgericht Basel.
Vorsätzliche Tötung? Strafgericht Basel.
Sandro Fiechter

Der tragische Vorfall ereignete sich am 16. Dezember 2009 in der Wohnung des Angeklagten. Der elfjährige Knabe hatte den Vater mit einem Messer an der Pulsader vorgefunden. Gemäss Anklageschrift reagierte der Bub erschrocken und hielt sich ein Kissen vors Gesicht. Der Vater hielt den Sohn während mehrerer Minuten so fest, dass er keine Luft mehr bekam. Der Angeklagte beteuert, er habe den Buben nur trösten wollen.

Laut rechtsmedizinischem Gutachten führte der Druck des Vaters nicht nur zu einer Verlegung der Atemwege, sondern zusätzlich zu einer Brustkorbkompression. Der Angeklagte erklärte dies vor Gericht damit, dass er auf das Bett gesprungen und dabei auf dem Buben gelandet sei.

Der Hauptvorwurf der Staatsanwaltschaft lautet auf vorsätzliche Tötung, als Eventualvarianten sind aber auch Totschlag und fahrlässige Tötung angeklagt. Der Angeklagte machte geltend, er sei sich der vom Kissen ausgehenden Gefahr nicht bewusst gewesen. Mehrmals beteuerte er, er habe den Buben trösten und beruhigen wollen. Das Urteil wird am Freitag verkündet.

Mit Messer an Pulsader überrascht

Als der Knabe ihn im Badezimmer mit einem Messer an der Pulsader überrascht habe, sei er gefühlsmässig zusammengebrochen und habe sich nicht mehr gespürt, sagte der Mann vor Gericht. Das Messer habe er sich nicht in Selbstmordabsicht ans Handgelenk gehalten. Er habe sich einen Schub versetzen wollen, um aus einem emotionalen Tief hinauszukommen.

Das psychiatrische Gutachten geht von einer vollen Schuldfähigkeit aus und stellt die These auf, dass anklagendes Weinen des Sohnes das Selbstbild des Angeklagten habe zerbrechen lassen und er das Kind habe zum Schweigen bringen wollen. Die Eltern des Opfers lebten getrennt und teilten sich das Sorgerecht.

Der Prozess wird morgen mit der Befragung des Verfassers des psychiatrischen Gutachtens und den Plädoyers von Anklage und Verteidigung fortgesetzt. Die Urteilsverkündung ist auf Freitagnachmittag angesetzt. Der Angeklagte sass nach der Tat rund acht Monate in Untersuchungshaft und befindet sich seitdem bei einer Ausweis- und Schriftensperre auf freiem Fuss.

SDA/ros

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