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US-Klinik schickte Ebola-Kranken wieder nach Hause

Er erbrach sich vor dem Haus von Bekannten: Der erste Ebola-Patient in den USA hatte Kontakt mit bis zu 18 Personen – und reiste via Europa.

Hier wohnte der Erkrankte bei Verwandten: Wohnsiedlung in Dallas.
Hier wohnte der Erkrankte bei Verwandten: Wohnsiedlung in Dallas.
Mike Stone, Reuters

Trotz Hinweisen auf eine mögliche Infektion ist der Ebola-Patient in den USA von einem Krankenhaus in Dallas letzte Woche erst einmal mit Antibiotika wieder nach Hause geschickt worden.

Der kranke Mann habe am 25. September einer Pflegekraft erzählt, dass er aus der liberianischen Hauptstadt Monrovia gekommen sei, sagte Mark Lester, der für die Muttergesellschaft des Texas Health Presbyterian Hospitals arbeitet. «Bedauerlicherweise wurde diese Information nicht vollkommen kommuniziert.»

Antibiotika verschrieben

Stattdessen sei bei dem Mann eine weniger ernste Infektion diagnostiziert worden und er sei nach Hause geschickt worden, sagte Lester. Die Schwester des Patienten, Mai Wureh, sagte, ihrem Bruder seien Antibiotika verschrieben worden.

Der Mann wohnte bei Bekannten in Dallas. Vor deren Wohnhaus soll er sich erbrochen haben. «Die ganze Familie schrie. Er ging nach draussen und erbrach sich überall», zitiert die Nachrichtenagentur Reuters einen Nachbarn.

Kontakt mit 18 Personen

Am 28. September kehrte der Infizierte dann in einem Rettungswagen in das Texas Health Presbyterian Hospital zurück. Am 30. September ergaben Tests, dass er an Ebola erkrankt ist. Zum ersten Mal wurde damit in den USA bei einem Patienten eine solche Diagnose gestellt. Sein Zustand soll ernst, aber stabil sein.

Nach Angaben von Vertretern der texanischen Behörden hatte der Mann mit bis zu 18 Personen Kontakt, worunter sich 5 Kinder befanden. Diese seien Anfang Woche in die Schule gegangen, würden nun aber zuhause auf Symptome der Infektionskrankheit überwacht.

Zwischenlandung in Brüssel

Wie inzwischen bekannt wurde, landete der Mann auf seiner Reise nach Texas in der belgischen Hauptstadt Brüssel zwischen.

Wie die liberianische Regierung am Mittwoch mitteilte, hatte der Mann bei seinem Abflug aus Liberia am 19. September kein Fieber und zeigte keine Ebola-Symptome. Damit dürfte er bei Abflug nicht ansteckend gewesen sein, denn Ebola ist nur in jenem Krankheitsstadium übertragbar, indem die Patienten Fieber haben und weitere Symptome zeigen.

Noch nicht alle Symptome gezeigt

Die Sprecherin des Krankenhauses, Candace White, sagte, das Hospital überprüfe nun, wie mit der Situation umgegangen worden wäre, wenn das gesamte Personal von den Umständen erfahren hätte. Der Epidemiologe des Krankenhauses, Edward Goodman, sagte, der Patient habe bei seinem ersten Besuch im Krankenhaus Fieber und Bauchschmerzen gehabt, er habe aber weder Durchfall gehabt noch sich erbrechen müssen – Symptome für Ebola.

Der Mann kam aus der liberianischen Hauptstadt Monrovia nach Dallas, wo er zu einem Familienbesuch erwartet wurde. Er hatte Monrovia bereits am 19. September verlassen. Ebola-Symptome bemerkte er erst am 24. September, also fünf Tage nach dem Abflug.

AP/Reuters/mw

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