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Ist das vermisste U-Boot explodiert?

In Argentinien wird seit über einer Woche ein U-Boot vermisst. Nun hat die Marine bestätigt, dass ein Geräusch am Tag des Verschwindens wohl eine Explosion war.

Beten für die Besatzung der ARA San Juan: Angehörige der Besatzung haben sich vor dem Stützpunkt der argentinischen Marine eingefunden. (Video: Reuters)

Am Tag des Verschwindens des argentinischen U-Bootes hat es im Meer eine Explosion gegeben. Die argentinische Marine teilte am Donnerstag mit, das verdächtige Geräusch im Gebiet der letzten bekannten Position des U-Bootes sei typisch für eine Explosion. Nach dem U-Boot «ARA San Juan» mit seiner 44-köpfigen Besatzung wird seit Mittwoch vergangener Woche erfolglos gesucht.

Zuvor war bekannt, dass es knapp drei Stunden nach der letzten Kommunikation mit der «ARA San Juan» am 15. November rund 50 Kilometer vom letzten bekannten Standort des U-Boots entfernt ein verdächtiges Geräusch im Meer gegeben hat. Die Marine sprach von einer «hydro-akustischen Anomalie».

«Es geht einfach nicht»: Eine Bergung des U-Boots scheint technisch nicht möglich. Marine-Sprecher Enrique Balbi an einer Medienkonferenz.
«Es geht einfach nicht»: Eine Bergung des U-Boots scheint technisch nicht möglich. Marine-Sprecher Enrique Balbi an einer Medienkonferenz.
Martin Acosta, Reuters
Die Suche nach dem Wrack wurde aus Kostengründen nach einigen Wochen eingestellt. (27. November 2017)
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Argenina Navy, Keystone
Wartet auf ein Lebenszeichen: Eine Familie in Mar del Plata
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AFP
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Die Information über das Geräusch hat Argentinien am Mittwoch von den USA erhalten. Drei Schiffe nahmen Kurs zum mutmasslichen Ausgangspunkt des Geräuschs.

Ein früherer U-Boot-Kommandant, der nicht namentlich genannt werden wollte, sagte der Nachrichtenagentur AFP: «Es muss ein sehr lauter Lärm gewesen sein.» Er vermutete bereits vor der Bestätigung durch die Marine, dass es sich um eine Explosion gehandelt haben könnte.

Knapper Sauerstoff

Bereits vor der Bestätigung, dass es sich beim Geräusch wohl um eine Explosion gehandelt hatte, warnte Marine-Sprecher Enrique Balbi: «Wir sind in einer sehr gefährlichen Lage und in einer, die sich verschlimmert.»

Die Sauerstoffreserven für die Crew reichten unter Wasser nur für sieben Tage, diese Zeitspanne sei am Mittwoch abgelaufen. Unklar sei, ob das U-Boot nicht doch irgendwo manövrierunfähig an der Oberfläche treibt oder zumindest so weit oben im Meer schwimmt, dass es sich mit Sauerstoff versorgen kann.

Spital räumt Operationssäle

In der patagonischen Hafenstadt Comodoro Rivadavia wurde das regionale Spital auf Anforderung der argentinischen Kriegsmarine in Bereitschaft versetzt. Alle geplanten Operationen wurden verschoben und vier Säle frei gehalten, um die Besatzungsmitglieder des U-Boots gegebenenfalls einliefern zu können.

Der Kontakt zu der «ARA San Juan» und ihrer 44-köpfigen Besatzung war am vergangenen Mittwoch um 7.30 Uhr Ortszeit (11.30 Uhr MEZ) abgebrochen. Trotz des Aufgebots von 14 Schiffen und zehn Flugzeugen aus mehreren Ländern haben sich bislang alle Hinweise auf den Verbleib der «ARA San Juab» als falsche Spuren erwiesen.

Das U-Boot deutscher Herstellung war auf dem Weg von Ushuaia ganz im Süden Argentiniens zurück zu seinem Stützpunkt Mar del Plata. Die Besatzung hatte kurz vor dem letzten Funkkontakt einen Batterieschaden gemeldet, aber keinen Notruf abgesetzt.

(SDA)

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