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U-Bahn kurz vor WM-Start lahmgelegt

Der Millionenmetropole São Paulo droht ein Verkehrschaos: Weil sie mehr Lohn fordern, sind die Arbeiter der U-Bahn bis auf weiteres in Streik getreten – wenige Tage bevor die WM beginnt.

thu
Wird bestreikt: Der internationale Flughafen Galeao in Rio de Janeiro. (Archivbild)
Wird bestreikt: Der internationale Flughafen Galeao in Rio de Janeiro. (Archivbild)
Reuters
Fussball spielen vor anderer Kulisse: Die Favela Moinho in Sao Paulo nach dem «Rebelde Cup». (11. Juni 2014)
Fussball spielen vor anderer Kulisse: Die Favela Moinho in Sao Paulo nach dem «Rebelde Cup». (11. Juni 2014)
Rodrigo Abd, Keystone
Protest an der Copacabana: Eine brasilianische Nichtregierungsorganisation macht auf die hohen Kosten für die Fussball-WM aufmerksam. (10. Juni 2014)
Protest an der Copacabana: Eine brasilianische Nichtregierungsorganisation macht auf die hohen Kosten für die Fussball-WM aufmerksam. (10. Juni 2014)
Yasuyoshi Chiba, Keystone
«Wir haben das vor allem für die Brasilianer getan»: Präsidentin Dilma Rousseff verteidigt am TV die Fussball-WM. (10. Juni 2014)
«Wir haben das vor allem für die Brasilianer getan»: Präsidentin Dilma Rousseff verteidigt am TV die Fussball-WM. (10. Juni 2014)
AFP
Solche Bilder soll es während der Fussball-WM nicht geben: Die Bewegung Obdachloser Arbeiter (MTST) auf den Strassen von São Paulo. (9. Juni 2014)
Solche Bilder soll es während der Fussball-WM nicht geben: Die Bewegung Obdachloser Arbeiter (MTST) auf den Strassen von São Paulo. (9. Juni 2014)
Reuters
Setzen ihren Streik vorläufig aus: U-Bahn-Angestellte an ihrer Versammlung. (11. Juni 2014)
Setzen ihren Streik vorläufig aus: U-Bahn-Angestellte an ihrer Versammlung. (11. Juni 2014)
Reuters
In this Friday, June 6, 2014 photo, subway train operators, along with some activists, clash with police at the Ana Rosa metro station on the second day of their metro strike in Sao Paulo, Brazil. The workers clashed with police as they tried to block other operators from breaking the strike. Overland commuter train operators went on strike Thursday, putting at risk the only means that most soccer fans will have to reach Itaquerao stadium ahead of next week's World Cup. (AP Photo/Nelson Antoine)
In this Friday, June 6, 2014 photo, subway train operators, along with some activists, clash with police at the Ana Rosa metro station on the second day of their metro strike in Sao Paulo, Brazil. The workers clashed with police as they tried to block other operators from breaking the strike. Overland commuter train operators went on strike Thursday, putting at risk the only means that most soccer fans will have to reach Itaquerao stadium ahead of next week's World Cup. (AP Photo/Nelson Antoine)
Keystone
In Brasilien droht ein Verkehrschaos: Demonstranten und Angestellte des öffentlichen Verkehrs stossen mit Polizisten zusammen. (6. Juni 2014)
In Brasilien droht ein Verkehrschaos: Demonstranten und Angestellte des öffentlichen Verkehrs stossen mit Polizisten zusammen. (6. Juni 2014)
Keystone
Ein Verkehrschaos ist bei einem Streik der U-Bahn-Angestellten programmiert: Pendler warten im Mai 2013 an einer U-Bahn-Station in São Paulo auf ihren Zug. Rund 20 Millionen Menschen leben in Brasiliens grösster Stadt. (28. Mai 2013)
Ein Verkehrschaos ist bei einem Streik der U-Bahn-Angestellten programmiert: Pendler warten im Mai 2013 an einer U-Bahn-Station in São Paulo auf ihren Zug. Rund 20 Millionen Menschen leben in Brasiliens grösster Stadt. (28. Mai 2013)
Nacho Doce, Reuters
Schon im Normalbetrieb kann es bis zu drei Stunden dauern, um 14 Kilometer durch die Stadt zu fahren: Eine Pendlerin hofft auf einen freien Platz in São Paulos U-Bahn. (29. Mai 2014)
Schon im Normalbetrieb kann es bis zu drei Stunden dauern, um 14 Kilometer durch die Stadt zu fahren: Eine Pendlerin hofft auf einen freien Platz in São Paulos U-Bahn. (29. Mai 2014)
Nacho Doce, Reuters
Versucht sich in Schadensbegrenzung: Dilma Rousseff neben Fifa-Präsident Sepp Blatter in Brasília. (2. Juni 2014)
Versucht sich in Schadensbegrenzung: Dilma Rousseff neben Fifa-Präsident Sepp Blatter in Brasília. (2. Juni 2014)
AFP
Stehen vor geschlossenen Türen: Aushang der Streikbekanntmachung wird von Pendlern fotografiert. (5. Juni 2014)
Stehen vor geschlossenen Türen: Aushang der Streikbekanntmachung wird von Pendlern fotografiert. (5. Juni 2014)
Nacho Doce, Reuters
Schon seit Monaten gehen die Brasilianer auf die Strasse: Mitglieder der Bewegung «WM ohne die Bevölkerung, ich bin wieder auf der Strasse» an einem Protestmarsch in São Paulo.(4. Juni 2014)
Schon seit Monaten gehen die Brasilianer auf die Strasse: Mitglieder der Bewegung «WM ohne die Bevölkerung, ich bin wieder auf der Strasse» an einem Protestmarsch in São Paulo.(4. Juni 2014)
NELSON ALMEIDA, AFP
Die hohen Kosten des Stadionbaus stossen bei der armen Bevölkerung auf Unverständnis: Ein obdachloser Arbeiter protestiert mit einem Plakat vor São Paulos WM-Stadion. (4. Juni 2014)
Die hohen Kosten des Stadionbaus stossen bei der armen Bevölkerung auf Unverständnis: Ein obdachloser Arbeiter protestiert mit einem Plakat vor São Paulos WM-Stadion. (4. Juni 2014)
Nacho Doce, Reuters
Martialische Ausrüstung für alle Fälle: Polizist in voller Körperpanzerung im Hauptquartier in Rio de Janeiro.(26. Februar 2014)
Martialische Ausrüstung für alle Fälle: Polizist in voller Körperpanzerung im Hauptquartier in Rio de Janeiro.(26. Februar 2014)
YASUYOSHI CHIBA, AFP
Bereit für den Ernstfall: Vor ihrer Protestteilnahme kontrolliert eine junge Laborassistentin die Luftfilter an ihrer Gasmaske .(30. Mai 2014)
Bereit für den Ernstfall: Vor ihrer Protestteilnahme kontrolliert eine junge Laborassistentin die Luftfilter an ihrer Gasmaske .(30. Mai 2014)
YASUYOSHI CHIBA, AFP
Sicherheitskräfte versuchen, die Lage vor Beginn der Weltmeisterschaft zu beruhigen: Ein Demonstrant wird von Polizisten mit Gummischrot beschossen. (20. Juni 2013)
Sicherheitskräfte versuchen, die Lage vor Beginn der Weltmeisterschaft zu beruhigen: Ein Demonstrant wird von Polizisten mit Gummischrot beschossen. (20. Juni 2013)
CHRISTOPHE SIMON, AFP
Brasilien kommt nicht zur Ruhe: Als Guy Fawkes maskierter Demonstrant mit der brasilianischen Flagge während Zusammenstössen in Rio de Janeiro. (17. Juni 2013)
Brasilien kommt nicht zur Ruhe: Als Guy Fawkes maskierter Demonstrant mit der brasilianischen Flagge während Zusammenstössen in Rio de Janeiro. (17. Juni 2013)
CHRISTOPHE SIMON, AFP
Trotz der grossen Ausgaben für die WM leben viele Brasilianer immer noch in Slums: Im Sant-Luzia-Slum hält ein kleiner Junge einen Fussball vor der brasilianischen Flagge in die Höhe. (30. Mai 2014)
Trotz der grossen Ausgaben für die WM leben viele Brasilianer immer noch in Slums: Im Sant-Luzia-Slum hält ein kleiner Junge einen Fussball vor der brasilianischen Flagge in die Höhe. (30. Mai 2014)
Joedson Alves, Reuters
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Wenige Tage vor der Fussballweltmeisterschaft in Brasilien haben die Beschäftigten der U-Bahn in São Paulo einen unbefristeten Streik ausgerufen. Die U-Bahn in der 20-Millionen-Einwohner-Metropole wird nach Angaben einer Gewerkschaftssprecherin ab dem frühen Morgen bestreikt.

Nachdem Verhandlungen über eine Lohnerhöhung um 16,5 Prozent gescheitert waren, entschieden die Arbeiter, ihre Arbeit niederzulegen. Wenn es Geld für den Bau von Stadien gebe, «warum gibt es dann kein Geld für den öffentlichen Nahverkehr?», fragte Gewerkschaftschef Altino Melo dos Prazeres. Die U-Bahn hat 9700 Beschäftigte.

Auch Airline droht mit Streik

Der Streik könnte die Millionenmetropole São Paulo empfindlich treffen. Wie die Zeitung «The Telegraph» berichtet, sind rund 4,5 Millionen Fahrgäste täglich davon betroffen.

Gemäss der Zeitung brach in São Paulo bereits im letzten Monat ein Chaos aus, als Busfahrer zwei Tage lang streikten. Und es könnte noch schlimmer kommen: Die Fluggesellschaft Latam, die aus dem Zusammenschluss der chilenischen LAN Airlines und der brasilianischen TAM Linhas Aéreas entstanden ist und die grösste Airline Lateinamerikas ist, droht ebenfalls mit einem Streik. Dieser werde mit Sicherheit vor dem 15. Juni ausgerufen, lässt sich ein Latam-Mitarbeiter in der Zeitung zitieren.

In São Paulo wird am 12. Juni das Eröffnungsspiel Brasilien gegen Kroatien ausgetragen.

Demonstrationen für günstige Wohnungen

In den vergangenen Tagen nahmen die Protestkundgebungen in São Paulo wieder zu. Rund 4000 Demonstranten haben vor dem Stadion in São Paulo für bezahlbare Wohnungen demonstriert, in dem in einer Woche das Eröffnungsspiel der Fussballweltmeisterschaft stattfindet. Der Protestzug verlief friedlich.

Die Bewegung Obdachloser Arbeiter hatte den Marsch organisiert. Schon zuvor hatte die Organisation friedliche Demonstrationen veranstaltet, um von der Regierung den Bau von mehr Sozialwohnungen zu fordern.

Im vergangenen Jahr hatte es bei der Generalprobe für die WM, dem Confederations Cup, zum Teil gewaltsame Proteste Hunderttausender von Brasilianern gegeben. In Massendemonstrationen in vielen WM-Städten machten sie ihrem Unmut über einen miserablen Zustand öffentlicher Einrichtungen bei gleichzeitigen Milliardenausgaben für Fussballstadien Luft.

(sda/AP)

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