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Studentenproteste in Chile eskalieren

Über 130 Demonstranten wurden in der Hauptstadt Santiago de Chile festgenommen. Sieben Polizisten wurden verletzt.

Im südamerikanischen Land stösst das Bildungssystem immer wieder auf Proteste: Chilenische Polizisten nehmen in der Hauptstadt einen Demonstrierenden fest. (16. April 2015)
Im südamerikanischen Land stösst das Bildungssystem immer wieder auf Proteste: Chilenische Polizisten nehmen in der Hauptstadt einen Demonstrierenden fest. (16. April 2015)
Martin Bernetti, AFP

Bei einer Massendemonstration für eine Bildungsreform in Chile ist es in der Hauptstadt Santiago zu Ausschreitungen gekommen. Sieben Polizisten seien verletzt und 134 Demonstranten festgenommen worden, berichteten örtliche Medien am Donnerstagabend. Demonstranten hätten die Beamten mit Brandsätzen angegriffen, die Polizei habe Wasserwerfer eingesetzt. Nach Angaben der Polizei nahmen an der Kundgebung rund 40'000 Menschen teil. Die Organisatoren sprachen von 150'000 Teilnehmern.

Zu dem Protestmarsch nahe dem Präsidentenpalast hatten Studentenverbände aufgerufen. Sie fordern eine kostenfreie Bildung für alle und die Abschaffung der hohen Hochschulgebühren. Die Regierung der Präsidentin Michelle Bachelet hat eine Reform bereits in die Wege geleitet. So sollen Dozenten besser bezahlt und die seit der Pinochet-Diktatur (1973-1990) bestehenden Studiengebühren von 2016 an schrittweise abgeschafft werden.

Korruption in Politik und Wirtschaft

Die Demonstranten prangerten auch Korruption in Politiker- und Unternehmerkreisen an. Mehrere Skandale hatten Chile zuletzt erschüttert. So ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen Firmen, die hohe Summen an Regierungs- und Oppositionspolitiker gezahlt haben sollen - für nie geleistete Beratungstätigkeiten. Zwei renommierte Unternehmer kamen in Untersuchungshaft.

Auch gegen den Sohn Bachelets wird wegen Vorteilsgewährung bei einem Immobiliengeschäft ermittelt. Die Popularität der Staatschefin in der Bevölkerung ist laut Umfragen auf 30 Prozent gefallen.

SDA/thu

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