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Steinschlag am Gotthard: Bahnlinie ab Montag wieder offen

Wegen eines neuen Felssturzes ist die Gotthardbahnstrecke unterbrochen. In der Nacht auf Montag soll die Linie wieder geöffnet werden, bis dahin dauern Reisen vom oder in den Süden 60 Minuten länger.

Gibt Auskunft über die Ursachen des Felssturzes: SBB-Geologe Marc Hauser vor Ort im Felssturzgebiet. (15. November 2012)
Gibt Auskunft über die Ursachen des Felssturzes: SBB-Geologe Marc Hauser vor Ort im Felssturzgebiet. (15. November 2012)
Keystone
Rund 70 Kubikmeter Fels: Ein Arbeiter inspiziert den Steinbrocken, der die Gleise zerstört hat. (15. November 2012)
Rund 70 Kubikmeter Fels: Ein Arbeiter inspiziert den Steinbrocken, der die Gleise zerstört hat. (15. November 2012)
Reuters
Personen kamen keine zu Schaden.
Personen kamen keine zu Schaden.
Peter Scherer, newspictures
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Die wegen eines Steinschlags seit gestern unterbrochene Gotthardbahnlinie wird voraussichtlich in der Nacht auf Montag für den Güterverkehr wieder eingleisig in Betrieb genommen. Läuft alles nach Plan, soll auch der Reiseverkehr ab Montagmorgen wieder rollen.

Die SBB gehen davon aus, dass grosse Wassermengen zur Instabilität des Felsens geführt haben, wie das Bahnunternehmen heute an einer Pressekonferenz in Gurtnellen bekannt gab.

Am Morgen wurden die Arbeiten zur Hangsicherung aufgenommen. Laut einer Medienmitteilung werden die Felsbrocken in einer zweiten Phase von den Geleisen geräumt, damit diese wieder in Stand gestellt werden können.

Ersatzbusse von Flüelen nach Göschenen

Die SBB setzen alles daran, um die Strecke für den Güterverkehr in der Nacht von Sonntag auf Montag wieder eingleisig zu öffnen, heisst es weiter. Der Reiseverkehr soll ab Montagmorgen wieder in Betrieb genommen werden.

Die Reisezeit von und nach dem Süden verlängert sich bis dahin um rund 60 Minuten. Passagieren aus dem Grossraum Basel, Olten, Aarau und Bern, die nach Italien reisen möchten, empfehlen die SBB, auf die Lötschberg-Simplon-Achse auszuweichen. Für Reisende aus der Region Zürich und Luzern stehen zwischen Flüelen und Göschenen 16 Ersatzbusse im Einsatz.

Güterzüge werden grossräumig via Lötschberg-Simplon umgeleitet. Die SBB wollen trotz eingeschränkter Kapazität möglichst viele Güterzüge auf der Nord-Süd-Achse verkehren lassen. Dafür wurden unter anderem die Kapazitäten in Domodossola erhöht und geplante Bauarbeiten auf der Simplonstrecke verschoben.

Zweiter Abbruch an fast derselben Stelle

Am Mittwoch kurz vor 16.30 Uhr hatte ein Felsblock in der Grösse von rund 70 bis 80 Kubikmeter die Gotthardbahnstrecke bei Gurtnellen beschädigt. Der Felsabbruch ereignete sich nahe jener Stelle, an der bereits im vergangenen Juni ein Felssturz niedergegangen war. Die im Hang installierten Sensoren hätten einwandfrei funktioniert und rechtzeitig Alarm ausgelöst, so die SBB.

Zu den Ursachen des neuerlichen Felssturzes machten die SBB noch keine definitiven Angaben. Wie der Geologe Beat Keller gegenüber Redaktion Tamedia sagt, kommen zwei Szenarien infrage: Einerseits könne es sich um einen sogenannten Nachfall handeln, der direkt mit dem Felssturz vom Juni zusammenhängt. Der Fels könnte aber auch an einem anderen Ort als beim letzten Mal abgebrochen sein. «Dann müsste man abklären, ob grössere Bewegungen in diesem Gebiet im Gang sind», so Keller.

SDA/fko

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