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«Rudi hätte das gefallen»

Die gestohlene Urne des deutschen Alt-68ers Fritz Teufel ist vermutlich wieder aufgetaucht – nahe beim Grab eines noch bekannteren Aktivisten aus jener Zeit.

Bekannte Zeitgenossen: Fritz Teufel (r.) mit Rudi Dutschke (l.), seinem Genossen im Sozialistischen Deutschen Stundentenbund.
Bekannte Zeitgenossen: Fritz Teufel (r.) mit Rudi Dutschke (l.), seinem Genossen im Sozialistischen Deutschen Stundentenbund.
Keystone

Am Freitag entdeckten Mitarbeiter des Kirchhofs einer Gemeinde in Berlin-Dahlem die Urne in der Nähe des Grabes von Studentenführer Rudi Dutschke. Ein Polizeisprecher bestätigte einen Bericht des «Berliner Kuriers», wonach auf einem Zettel unter der Urne der Satz «Was ein teuflischer Spass, Rudi Dutschke hätte das gefallen», zu lesen war.

Die Urne samt verschlossener Aschekapsel sei in ein Tuch gewickelt und mit einem Seil verschnürt gewesen, hiess es weiter. Sie habe in einem Eimer gestanden. «Interessant ist jetzt zu sehen, ob noch Asche in der Urne ist», sagte der Polizeisprecher. Am Samstag hatten Friedhofsbesucher in Berlin-Mitte auf dem Dorotheenstädtischen Friedhof, wo viele Prominente beerdigt sind, das verwüstete Grab Teufels entdeckt. Die Urne war verschwunden und die Asche auf Wegen verstreut.

Fritz Teufel, früher Mitglied der Kommune 1 in Berlin, war am 6. Juli im Alter von 67 Jahren nach langer Parkinson-Krankheit gestorben. Am 15. Juli wurde er im Beisein von 300 Trauergästen beigesetzt. Dutschke (1940-1979) ruht auf einem kleinen Friedhof in Berlin- Dahlem. Ende der Sechzigerjahre war der gebürtige Schwabe mit provozierenden Aktionen bekanntgeworden. Insgesamt verbrachte er acht Jahre im Gefängnis, auch wegen seiner Mitgliedschaft der terroristischen «Bewegung 2. Juni».

SDA/raa

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