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Rekrut mit Steinen beworfen – Militärzeitung spricht von «Scherz»

Im Oktober sorgte ein Video aus einer Rekrutenschule für Aufsehen. Für den «Schweizer Soldat» war die Berichterstattung «Fake News».

Ein Video zeigt, wie der Tessiner Rekrut beworfen wird. Video: SRF

Ein Video löste im Oktober einen handfesten Skandal in der Schweizer Armee aus. In den Aufnahmen ist zu sehen, wie Rekruten in Emmen im Kanton Luzern einen Kameraden auf Befehl mit Gegenständen bewerfen. Das Opfer war ein 24-jähriger Tessiner. Die Aufnahmen entstanden bereits im September. Eine Woche nach Veröffentlichung wurden erste Disziplinarstrafen ausgesprochen. Gegen den Kommandanten wurden fünf Tage Arrest verhängt.

Auf Twitter äusserte sich damals auch das Verteidigungsdepartement (VBS) und sprach von der Misshandlung eines Tessiner Rekruten. Die Armee akzeptiere keine körperliche Züchtigung. Der Chef der Armee besuchte die betroffene RS. Der Sprecher der Militärjustiz sagte, man habe bereits vor der Veröffentlichung des Videos Kenntnis vom Fall gehabt.

Die Ermittlungen sind noch immer im Gang. Ein Urteil sei dieses Jahr aber nicht mehr zu erwarten, sagte der Sprecher der Militärjustiz, Mario Camelin, dem «Blick».

«Armeefeindliche» Medien

Im Artikel mit dem Titel «Steinigung = Fake News» kritisiert die Militärzeitschrift «Schweizer Soldat» jetzt die Berichterstattung zum Fall. Zwar wird festgehalten, dass das «Plagen von Kameraden» und «Bierideen» nicht toleriert würden, die sogenannte «Steinigung» wird aber als Scherz bezeichnet, wie es im «Blick» weiter heisst. Als «armeefeindlich» werden zudem die Medien bezeichnet, die darüber berichtet haben. Die Meldungen werden als falsch dargestellt.

Lewin Lempert von der Gruppe Schweiz ohne Armee (GSoA) kann über das Vorgehen der Militärzeitschrift nur den Kopf schütteln. Er finde es krass, wie die Zeitung, «welche an alle Offiziere und Unteroffiziere geht, ohne Beleg eine solche Tat krass verharmlost.»

Übernommen von 20 Minuten, bearbeitet durch Redaktion Tamedia.

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