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Rechtsextreme werfen Molotow-Cocktails in London

Im Osten der englischen Hauptstadt demonstrierten am Samstag rund tausend Mitglieder der rechtsextremen English Defence League. Nach Zusammenstössen mit der Polizei wurden 60 Personen festgenommen.

Hatten eine Ausnahmegenehmigung: Mitglieder der EDL treffen auf Polizisten. (3. September 2011)
Hatten eine Ausnahmegenehmigung: Mitglieder der EDL treffen auf Polizisten. (3. September 2011)

Bei einer Kundgebung der rechtsextremen English Defence League (EDL) ist es am Samstag in London zu Zusammenstössen mit der Polizei gekommen. Mindestens 60 Menschen seien festgenommen worden, teilte die britische Polizei am Abend mit. Trotz eines allgemeinen Demonstrationsverbots in bestimmten Stadtteilen nach den schweren Ausschreitungen vom vergangenen Monat hatte die Polizei der EDL eine Ausnahmegenehmigung erteilt.

Rund 1000 Demonstranten hatten sich im Stadtteil Aldgate im Osten der britischen Hauptstadt zu einer Kundgebung versammelt. Rund 1500 Gegendemonstranten einer antifaschistischen Gruppe kamen in der Nähe zusammen. In der Gegend leben viele Einwanderer. Mehr als 3000 Polizisten waren im Einsatz, um die beiden Gruppen auseinanderzuhalten.

Molotow-Cocktails geschleudert

Während der EDL-Kundgebung nahm die Polizei 16 Menschen fest, einige von ihnen hatten Molotow-Cocktails geschleudert. Später wurden weitere 44 Menschen festgenommen, nachdem ein EDL-Bus eine Panne hatte und die Insassen sich mit Jugendlichen auf der Strasse prügelten. Seit ihrer Gründung vor zwei Jahren endeten zahlreiche Demonstrationen der EDL gewaltsam.

Nach den Ausschreitungen vom vergangenen Monat hatte Innenministerin Theresa May eine Demonstrationssperre für bestimmte Teile Londons, darunter auch Aldgate, verhängt. Die Polizei hatte die Kundgebung der EDL für Samstag dennoch erlaubt.

Schwere Krawalle nach Tod von 29-Jährigem

Nach dem Tod eines vierfachen Familienvaters bei einem Polizeieinsatz in London war Grossbritannien im August von den schwersten Krawallen seit Jahren erschüttert worden. Der 29-jährige Mark Duggan war am 4. August unter nach wie vor ungeklärten Umständen bei einem Polizeieinsatz im Londoner Stadtteil Tottenham getötet worden.

Duggan wurde von der Polizei wegen mutmasslicher Verbindungen zu einer kriminellen Bande überwacht; er war bewaffnet, machte aber offenbar von seiner Waffe keinen Gebrauch. Zwei Tage später setzten in Tottenham die schweren Krawalle ein, die auch auf mehrere andere britische Städte übergriffen.

Bei den vier Nächte andauernden Unruhen kamen insgesamt fünf Menschen ums Leben. Landesweit wurden mehr als 2100 mutmassliche Randalierer festgenommen und teilweise in Schnellverfahren verurteilt.

SDA/kpn

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