Zum Hauptinhalt springen

Polizei verhaftete Sklavenhalterpaar schon einmal

Noch ist vieles unklar, was die drei in London gefangen gehaltenen Frauen und ihre Peiniger betrifft. Wie nun aber bekannt wurde, kam es zu physischen Züchtigungen.

«Die Opfer sind schwer traumatisiert»: Ermittler Kevin Hyland. (22. November 2013)
«Die Opfer sind schwer traumatisiert»: Ermittler Kevin Hyland. (22. November 2013)
Keystone

Wer sind die Opfer? Wer die Tatverdächtigen? Wie kam es dazu, dass drei Frauen mitten in London offenbar jahrzehntelang als Sklaven festgehalten wurden? Nach ihrer Befreiung bleiben die wichtigsten Fragen unbeantwortet.

Nach der Befreiung dreier Frauen aus einem Haus in London gibt der Fall grosse Rätsel auf. Die 69-jährige Malaysierin, die 57-jährige Irin und die 30-jährige Britin seien Opfer von Sklaverei gewesen, sagte der leitende Polizeibeamte Steve Rodhouse am Freitag in London. Doch seien sie nicht verschleppt worden oder physisch festgebunden gewesen.

«Es ist nicht so brutal offensichtlich wie bei Frauen, die in einem Haus gefesselt werden und nicht weg dürfen», sagte Rodhouse. «Dies könnte wie eine normale Familie ausgesehen haben.»

«Es gab physische Züchtigungen»

Die Polizei hatte den Fall am Donnerstag enthüllt: Demnach wurden die drei Frauen rund drei Jahrzehnte in London als Sklaven gehalten, bevor sie schliesslich befreit wurden. Als Tatverdächtige wurden eine 67-jährige Frau und ein gleichaltriger Mann festgenommen. Sie kamen auf Kaution wieder frei, mussten aber ihre Pässe abgeben und dürfen vorerst nicht in ihr Haus zurück.

Nach den Worten von Ermittler Kevin Hyland wurden die Opfer misshandelt: «Es gab physische Züchtigung, die als Prügel beschrieben wurden», sagte Hyland. Die Opfer seien schwer traumatisiert. Es gebe keine Hinweise auf sexuelle Delikte, doch stünden die Ermittlungen noch am Anfang. Klar ist für Hyland: «Wir gehen nicht davon aus, dass die Opfer illegal nach Grossbritannien eingeschmuggelt wurden.»

Am Freitag gab die Polizei bekannt, dass die beiden Verdächtigen in den 70er Jahren schon einmal im Visier von Ermittlern waren und festgenommen wurden. Der damalige Grund blieb offen.

Polizei rechnet nicht mit weiteren Opfern

Auch viele Zusammenhänge in dem jetzigen Fall sind verworren. So wird nach Polizeiangaben noch untersucht, in welcher Beziehung die befreiten Frauen untereinander stehen. Man sei aber sicher, dass man die wahren Identitäten der Opfer kenne, hiess es. Über das mögliche Motiv der Tatverdächtigen wurde ebenfalls nichts bekannt. Die Polizei sagte auch nicht, welche Staatsbürgerschaft sie haben und ob es sich um ein Paar handelt.

Man rechne nicht damit, weitere Opfer der beiden zu finden, hiess es. Gegen die Verdächtigen ermitteln die Behörden nun aber nicht nur wegen Zwangsarbeit, sondern auch wegen Verdachts des Verstosses gegen das Einwanderungsgesetz.

Die Ermittlungen kamen laut Polizei bereits im Oktober in Gang. Eine der Frauen hatte sich an eine Hilfsorganisation gewandt und erklärt, sie werde gegen ihren Willen festgehalten. Die Organisation schaltete die Polizei ein. Diese ermittelte den Aufenthaltsort der Frau im Süden von London.

AP/chk

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch