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Polizei beendet Geiselnahme in Ingolstadt

Mehrere Stunden lang hatte sich ein bewaffneter Mann mit drei Geiseln im Rathaus in Ingolstadt verschanzt. Nachdem eine Geisel bereits freigekommen war, nahm das Drama schliesslich ein Ende.

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Haben das Rathaus abgeriegelt: Polizisten des Spezialkommandos. (19. August 2013)
Haben das Rathaus abgeriegelt: Polizisten des Spezialkommandos. (19. August 2013)
Keystone
Ist angereist: Bayerns Innenminister Joachim Herrmann mit einem Polizisten. (19. August 2013)
Ist angereist: Bayerns Innenminister Joachim Herrmann mit einem Polizisten. (19. August 2013)
Keystone
Offenbar handelt es sich um drei Geiseln: Rettungsfahrzeuge im Zentrum von Ingolstadt. (19. August 2013)
Offenbar handelt es sich um drei Geiseln: Rettungsfahrzeuge im Zentrum von Ingolstadt. (19. August 2013)
AFP
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Ein 24-jähriger Mann hat am Montag im Rathaus im süddeutschen Ingolstadt drei Geiseln in seine Gewalt gebracht. Am Abend befreite die Polizei die Geiseln unversehrt.

Nach einem stundenlangen Nervenkrieg beendete ein Sonderkommando der Polizei um 17.50 Uhr die Geiselnahme. Augenzeugen zufolge waren laute Knallgeräusche zu hören. Der mit einer Pistole bewaffnete Täter wurde verletzt festgenommen, wie ein Polizeisprecher mitteilte.

Der 24-Jährige, der der Polizei als Stalker bekannt ist, hatte am Vormittag zwei Männer und eine Frau in seine Gewalt gebracht. Der Rathausmitarbeiterin soll er zuvor nachgestellt haben.

Der vorbestrafte Mann hat laut Polizei schon längere Zeit massive psychische Probleme. Der Täter habe wegen des Stalkings der Mitarbeiterin Hausverbot im Rathaus gehabt, sagte Bayerns Innenminister Joachim Herrmann. In den vergangenen Wochen sei der Konflikt eskaliert, nachdem der Mann gegen das Hausverbot verstossen habe.

Erste Freilassung am Nachmittag

Neben der jungen Frau und einem weiteren Rathausmitarbeiter befand sich unter den Geiseln zeitweise auch einer der beiden stellvertretenden Bürgermeister von Ingolstadt, der Stadtrat Sepp Misslbeck. Er wurde laut Polizei gegen 14.00 Uhr freigelassen.

Nach der Geiselnahme war das Rathaus in der Ingolstädter Innenstadt weiträumig abgesperrt worden. Die Polizei war mit einem Grossaufgebot vor Ort. Auch Spezialkräfte waren im Einsatz, Ambulanzen standen bereit. Die Beamten standen mit dem Täter in Kontakte und verhandelten.

Das Motiv des Mannes blieb zunächst unklar. «Er möchte, dass wir einen Bescheid aufheben», sagte Oberbürgermeister Alfred Lehmann. Unklar sei aber, ob es dabei um das Hausverbot für die Ämter der Stadt gehe.

Wahlkampfauftritt Merkels fällt aus

Die Polizei sprach hingegen von keinen detaillierten Forderungen des Mannes. Kurz vor der Beendigung der Geiselnahme hatte er Tabletten und Essen verlangt. Daraufhin wurde ihm ein Döner ins Rathaus gebracht.

Ein Wahlkampfauftritt von Bundeskanzlerin Angela Merkel direkt vor dem Rathaus wurde wegen der Geiselnahme abgesagt. Einen Zusammenhang zwischen dem geplanten Merkel-Besuch und der Geiselnahme sah die Polizei nicht. Am 15. September finden im Bundesland Bayern Landtagswahlen statt - eine Woche vor der deutschen Bundestagswahl.

(AFP/sda)

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