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Österreich pumpt nach Explosion wieder Gas nach Südeuropa

Bei der Explosion in Österreichs grösstem Erdgasterminal wurde ein Mensch getötet und rund 20 weitere verletzt. Die Gaslieferung konnte unterdessen wieder gesichert werden.

Das Ausmass der Explosion aus der Vogelperspektive: Die Luftaufnahme wurde der Österreichischen Feuerwehr zur Verfügung gestellt. (12. Dezember 2017)
Das Ausmass der Explosion aus der Vogelperspektive: Die Luftaufnahme wurde der Österreichischen Feuerwehr zur Verfügung gestellt. (12. Dezember 2017)
AFP
Die Gasstation Baumgarten des österreichischen Öl- und Gasunternehmens OMV ist das grösste Verteilerzentrum des Landes für Erdgasimporte aus Russland und Norwegen.
Die Gasstation Baumgarten des österreichischen Öl- und Gasunternehmens OMV ist das grösste Verteilerzentrum des Landes für Erdgasimporte aus Russland und Norwegen.
AFP
In Baumgarten laufen laut Gas Connect Gasleitungen aus Russland, Norwegen und anderen Ländern zusammen und das Gas wird komprimiert. Es handle sich um eine der wichtigsten Anlagen dieser Art in Europa.
In Baumgarten laufen laut Gas Connect Gasleitungen aus Russland, Norwegen und anderen Ländern zusammen und das Gas wird komprimiert. Es handle sich um eine der wichtigsten Anlagen dieser Art in Europa.
AFP
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Einen Tag nach der Explosion in einer international wichtigen Gas-Verteilstation in Österreich ist die Versorgung wieder angelaufen. Nach einer Kontrolle durch Feuerwehr und Polizei sind die Erdgasleitungen in alle Richtungen funktionsfähig und in Betrieb.

Das teilte die Betreiberfirma Gas Connect am Mittwoch mit. «Ich kann berichten, dass wir sämtliche Transitleitungen gestern vor Mitternacht wieder in Betrieb nehmen konnten und dass all diese Leitungen zu 100 Prozent leistungsfähig sind», sagte der Geschäftsführer der OMV-Tochter Gas Connect, Harald Stindl.

Durch die Explosion und den anschliessenden Grossbrand in der Anlage im Baumgarten am Dienstagmorgen war die Erdgasversorgung über Österreich Richtung Süden und Südosten unterbrochen worden. Die genaue Ursache für das Unglück, bei dem eine Person getötet wurde und 21 Menschen verletzt wurden, ist weiter unklar. Auch die Höhe des Schadens ist bislang nicht bekannt.

Die Polizei geht von einem technischen Defekt aus. «Nach den Informationen, die uns vorliegen, gibt es keine Hinweise auf menschliches Versagen», sagte ein Sprecher der Betreiberfirma. Zu Wochenbeginn habe es Arbeiten an einer Filteranlage gegeben und am Dienstag sei der TÜV vor Ort gewesen, hiess es. Laut der Betreiberfirma vorliegenden Informationen handelt es sich bei dem Toten um einen TÜV-Mitarbeiter.

Die Anlage war nach der Explosion im kontrollierten Zustand heruntergefahren und vollständig ausser Betrieb gesetzt worden. Italien, das stark von Lieferungen aus der benachbarten Alpenrepublik abhängig ist, hatte daraufhin den Notstand bei der Energieversorgung ausgerufen. Für Österreich selbst wurde Entwarnung gegeben.

Die seit 1959 bestehende Verteilstation in Baumgarten - ein kleiner Ort östlich von Wien und nahe der slowakischen Grenze - ist ein wichtiger Knotenpunkt für die Gasversorgung in Europa. Rund ein Drittel der russischen Erdgas-Exporte nach Westeuropa wird hier übernommen und verteilt. Jährlich strömen in Baumgarten rund 40 Milliarden Kubikmeter Gas über die grossen Transitleitungen nach Italien, Deutschland, Frankreich, Slowenien und Kroatien.

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