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Maskierter Polizist rappt gegen Kollegen

Ein Polizeibeamter aus Paris sorgt als maskierter Rapper mit kritischen Texten für Aufsehen in Frankreich.

Der anonyme Musiker «Le Brigadier» schreibt auf seiner Internetseite, er wolle «das Gesetz des Schweigens brechen und die Arbeitsmethoden der Polizei von Innen anprangern». Er sei seit über zehn Jahren Polizist im Département Seine-Saint-Denis bei Paris. Dort sind vor drei Jahren wochenlange Jugendunruhen ausgebrochen.

Vier Lieder hat er bisher auf seiner Website und auf seinem MySpace-Auftritt veröffentlicht. Er singt über selbstmordgefährdete Beamte und «falsche Schuldige», die durch Polizisten zu Kriminellen gemacht würden.

Die Website, genau wie die Songs sind handwerklich auf dem neusten Stand und professionell aufgezogen. «Le Brigadier» scheint sich nicht nur im Polizeiwesen, sondern auch im Musikbusiness bereits auszukennen.

Das Unbehagen der Polizisten werde durch die Erfolgsquoten, welche Präsident Nicolas Sarkozy verlangt, noch verstärkt, schreibt der Musiker. Anfang 2009 will er eine Platte namens «L'état d'urgence» (Notstand) herausgeben und den Polizeidienst an den Nagel hängen.

Ermittlungen gegen «Le Brigadier» laufen bereits

Für «Le Brigadier» sei seine Rapmusik eine Art Selbsttherapie, um mit dem Druck seines Berufes zurecht zu kommen. Er möchte keinesfalls mit jemandem abrechnen, sagte er der Zeitung «Le Parisien». Aus Angst vor rechtlichen Konsequenzen möchte der «Brigadier» anonym bleiben und trägt immer eine Maske. Wie die Zeitung am Samstag berichtete, laufen bereits interne Ermittlungen gegen den Musiker, um zu prüfen, ob er mit seinen Texten gegen die berufliche Schweigepflicht verstösst.

Die Polizeigewerkschaft Alliance kritisiert, dass «Le Brigadier» nur «abgedroschene Klischees» nutze und keiner wisse, ob er wirklich Polizist sei. Die Identität als Polizeibeamter könnte auch ein Marketing-Trick sein, um seine CD besser zu verkaufen.

SDA/rcc

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