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Mafia soll hinter Vesuv-Bränden stecken

Die Hänge des Vesuvs stehen in Flammen. Angeblich wegen illegaler Mülldeponien der Mafia. Die italienische Regierung hat nun Soldaten entsandt.

Aussicht von Neapel: Rauch steigt von den Hügeln des Vulkans Vesuv auf. (11. Juli 2017)
Aussicht von Neapel: Rauch steigt von den Hügeln des Vulkans Vesuv auf. (11. Juli 2017)
Ciro Fusco, Keystone
«Made in Naples»: Mafiöse Organisationen sollen für die Brände verantwortlich sein.
«Made in Naples»: Mafiöse Organisationen sollen für die Brände verantwortlich sein.
Ciro Fusco, Keystone
Die Feuerwehr soll nun Verstärkung vom italienischen Militär erhalten.
Die Feuerwehr soll nun Verstärkung vom italienischen Militär erhalten.
Cesare Abbate, Keystone
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Die italienische Regierung hat im Kampf gegen Brände am Vesuv Soldaten entsandt. Zur Vorbeugung weiterer Brände und im Einsatz gegen Brandstifter sollen verstärkt Militär eingesetzt werden, teilte Umweltminister Gian Luca Galletti mit.

Wer die Hänge des Vesuvs in Brand gesteckt hat, ist noch unklar. Vermutet wird, dass mafiöse Organisationen für die Flammen verantwortlich seien. Diese bereichern sich mit der illegalen Entsorgung von Giftmüll.

Dieser Ansicht ist auch der neapolitanische Schriftsteller und Anti-Mafia-Autor Roberto Saviano. «Kriminelle Organisationen nützen die Hitzewelle dieser Tage, um den Nationalpark des Vesuvs zu zerstören. Damit gewinnen sie Boden für ihre illegalen Mülldeponien», meinte Saviano.

Weniger Förster aus Kostengründen

Umweltschützer und Anrainer vermuten schon seit Jahren, dass an den Hängen des 1280 Meter hohen Vulkans illegale Mülldeponien florieren. «Die Hänge des Vesuvs sind aus spekulativen Gründen ins Visier krimineller Organisationen geraten», sagte der neapolitanische Parlamentarier der Fünf Sterne-Bewegung Roberto Fico.

Er klagte, dass in Italien in den vergangenen Jahren aus Spargründen die Anzahl der Förster stark abgebaut worden sei. Ganz Süditalien sei im Würgegriff des Feuers. «Vom Vesuv bis nach Sizilien verschlingen die Flammen Wälder und Böden», so Fico.

Von den Bränden besonders betroffen sind die Regionen Sizilien und Kampanien. An vielen Orten Italiens halten derzeit Wald- und Buschbrände die Feuerwehren in Atem. 900 Touristen mussten im sizilianischen San Vito Lo Capo vor einem Feuer in Sicherheit gebracht werden. Sie wurden mit Booten von einer von Flammen umringten Ferienanlage am Strand weggebracht.

SDA/sep

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