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Kino-Schütze sympathisierte mit den Nazis

Als politisch unzufriedenen und wütenden Mann beschreibt die Polizei den Täter von Louisiana. In seinem Hotelzimmer machten die Beamten eine ungewöhnliche Entdeckung.

Zur Schiesserei von Lafayette hat die Polizei neue Details bekannt gegeben: Der abgesperrte Parkplatz vor dem Kino. (24. Juli 2015)
Zur Schiesserei von Lafayette hat die Polizei neue Details bekannt gegeben: Der abgesperrte Parkplatz vor dem Kino. (24. Juli 2015)
Yuri Gripas, AFP
Der Schütze, der 59-jährige John H., soll antisemitische und homophobe Ansichten vertreten haben.
Der Schütze, der 59-jährige John H., soll antisemitische und homophobe Ansichten vertreten haben.
Lafayette Police Departement, Keystone
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Zwei Tage nach den tödlichen Schüssen in einem Kino im US-Bundesstaat Louisiana zeichnet sich ein immer genaueres Bild des Schützen ab. Wie die Polizei am Freitag bekannt gab, handelte es sich bei dem 59-jährigen John H. um einen extremistischen Regierungsgegner, der sich seine Tatwaffe auf legalem Weg beschafft habe. Der örtliche Polizeichef Jim Craft bezeichnete ihn als eine Art «Herumtreiber»

Die Ermittler werteten auch die Online-Aktivitäten des Täters aus. Demnach beschäftigte sich H. mit Verschwörungstheorien und hegte Sympathien für die Nazis. Nach Angaben des Southern Poverty Law Centers, das rechtsradikale Gruppen in den USA beobachtet, schrieb er dutzende Beiträge auf extremistischen Websites. Dadurch ergebe sich das Bild «eines politisch unzufriedenen und wütendes Mannes». Zudem habe er antisemitische und homophobe Ansichten vertreten.

Erinnerungen an «Batman»-Schütze

Der 59-Jährige hatte am Donnerstagabend in einem Kinosaal in der Stadt Lafayette das Feuer eröffnet und zwei Frauen getötet. Neun weitere Menschen wurden verletzt, ein Verletzter schwebte in Lebensgefahr. Insgesamt hielten sich in dem Multiplex-Kino zum Tatzeitpunkt mehr als 300 Menschen auf. Nach der Tat erschoss sich der Angreifer selbst. Sein Motiv ist nach wie vor unklar.

Die Tat weckt Erinnerungen an einen Amoklauf im US-Bundesstaat Colorado im Juli 2012. Damals waren während einer «Batman»-Filmpremiere in der Stadt Aurora zwölf Menschen getötet und 70 weitere verletzt worden. Der 27-jährige Täter wurde vor einer Woche wegen Mordes schuldig gesprochen. Ihm droht die Todesstrafe. Craft sagte, möglicherweise habe sich H. den «Batman»-Attentäter als Vorbild gewählt.

Perücken und Brillen

Auch für die Krankenakte des Louisiana-Attentäters interessierten sich die Ermittler. Zudem kam zutage, dass eine Frau 2008 eine richterliche Verfügung gegen H. erwirkte. Hinweise auf einen möglichen Komplizen fanden die Ermittler indes nicht, wie Louisianas Polizeichef Michael Edmonson sagte. In einem Motel nahe dem Tatort wurden Brillen und Perücken entdeckt, was darauf hindeutete, das der Täter sich möglicherweise verkleiden wollte.

Die Schiesserei in Louisiana stellt erneut die Waffengesetze in den USA in Frage, nach denen jeder Bürger eine Waffe tragen darf. Nur wenige Stunden vor den Ereignissen hatte sich Präsident Barack Obama in einem Interview «frustriert» darüber gezeigt, dass ihm eine Verschärfung des Waffenrechts bislang nicht gelungen sei. Seit den Terroranschlägen vom 11. September 2001 seien weniger als hundert US-Bürger durch Anschläge ums Leben gekommen, aber zehntausende durch Schusswaffengewalt.

Der Gouverneur von Louisiana, Bobby Jindal, der im Rennen um die Präsidentschaftskandidatur der US-Republikaner ist, sagte dagegen, es sei nicht der richtige Zeitpunkt für Debatten über die Waffengesetze: Jetzt müssten die Opfer im Mittelpunkt stehen.

AFP/dia

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