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Jugendliche sterben in Versandcontainer

In Libyen waren 69 Flüchtlinge vier Tage lang in einem Metallcontainer eingesperrt. Unter den 13 Toten sind ein 13-jähriges Mädchen und ein 14-jähriger Junge.

Fast täglich sterben Menschen an der libyschen Küste: Freiwillige Helfer des Roten Halbmonds tragen einen toten Körper nahe Al Zawiya. (20.Februar 2017)
Fast täglich sterben Menschen an der libyschen Küste: Freiwillige Helfer des Roten Halbmonds tragen einen toten Körper nahe Al Zawiya. (20.Februar 2017)
Keystone

Dreizehn Flüchtlinge sind in Libyen in einem Versandcontainer gestorben, in dem sie vier Tage lang eingesperrt waren. Unter den Toten seien auch ein 13 Jahre altes Mädchen und ein 14-jähriger Junge gewesen, berichtete die Internationale Vereinigung des Roten Kreuzes und des Roten Halbmonds (IFRC) am Donnerstag.

Insgesamt seien 69 Menschen in dem Metallcontainer gefangen gewesen, bevor Helfer in der westlibyschen Stadt Al-Choms am Mittwoch eingeschaltet worden seien. Einige der Überlebenden, die in eines der Flüchtlingsboote in Richtung Europa steigen wollten, seien ernsthaft verletzt worden und erlitten teilweise Knochenbrüche.

Fünfjähriges Mädchen überlebte

«Als die Helfer ankamen, stellten sie Erste Hilfe, psychologische Unterstützung, Nahrung und Decken für die 56 Überlebenden bereit, unter denen auch ein fünfjähriges Mädchen namens Aischa ist», wurde Fawsi Abdel-Alli, regionaler Sprecher des libyschen Roten Halbmonds, zitiert.

Der Vorfall ist der jüngste in einer Reihe von Flüchtlingsdramen im Bürgerkriegsland Libyen. Immer wieder sterben Schutzsuchende dort beim Versuch, Europa in teils schrottreifen Booten zu erreichen.

Höchste je verzeichnete Opferzahl

2016 wagten mehr als 180'000 Menschen die riskante Überfahrt. Über 5000 ertranken laut der Internationalen Organisation für Migration (IOM) im Mittelmeer – die höchste je verzeichnete Opferzahl.

Die Europäische Union versucht, die sogenannte zentrale Mittelmeerroute für Migranten zu schliessen, und setzt dabei vor allem auf die Kooperation mit Libyen. Im zerrütteten Bürgerkriegsland gibt es aber keinen geeigneten Ansprechpartner, um die Lage der Flüchtlinge wirksam zu verbessern und die Schlepperkriminalität einzudämmen. Eine funktionierende Zentralregierung gibt es nicht.

SDA/chi

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