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Starker Hagel und Niederschläge überschwemmen Australien

Nach der Monate andauernden Dürre stehen viele Gebiete unter Wasser. Allerdings sind längst nicht alle Buschfeuer gelöscht.

Im Bann der Extreme: In einigen Gebieten lodern die Brände, in anderen fällt Hagel. Video: Tamedia

Starker Regen und Gewitter sind über Teile der Brandgebiete im Südosten Australiens gezogen. In der Hauptstadt Canberra gingen am Montag stellenweise Hagelkörner so gross wie Golfbälle nieder, ähnlich wie am Vorabend in Melbourne.

Autos und Häuser wurden demoliert. Die Behörden warnten vor gefährlichen Springfluten. Starker Regen hilft seit vergangener Woche bei den Löscharbeiten. Das viele Wasser brachte aber auch neue Probleme: In Queensland wurden mehrere Autobahnen und Strassen überflutet.

Der Regen erreichte jedoch bei weitem nicht alle Brandgebiete an der Ostküste. In dem besonders stark von Bränden betroffenen New South Wales, dem südlichen Nachbarstaat von Queensland, wüteten am Sonntag immer noch 69 Buschfeuer. Dort waren mehr als 1300 Feuerwehrleute im Einsatz, wie die Feuerbehörde RFS auf Twitter mitteilte.

Video: Sintflutartige Regenfälle in Australien

Das viele Wasser überflutete Autobahnen und Strassen. Video: Tamedia

Die Flammen vernichteten bisher über 11,8 Millionen Hektar Land. Groben Schätzungen zufolge verendeten über eine Milliarde Tiere. Zeitweise hatten auch die grossen Städte wie Sydney mit Rauch und hoher Luftverschmutzung zu kämpfen.

In Melbourne, der Hauptstadt von Victoria, brachten Regenfälle und gedrehte Winde nach Tagen des Rauchs am Sonntag endlich wieder klarere Luft. Menschen mit Atemmasken auf den Strassen wie in den Vortagen waren die Ausnahme. Auf dem Yarra River im Osten der Millionenmetropole waren zahlreiche Ruderboote unterwegs, am Ufer schwitzten Jogger und Rennradfahrer.

Im Melbourne Park liefen unterdessen die letzten Vorbereitungen für die Australian Open, bevor am Montag das erste Grand-Slam-Tennis-Turnier des Jahres beginnt. Auch einige Tennisstars hatten sich in den zurückliegenden Tagen besorgt über die Luftqualität geäussert, manche klagten über Husten und Atemprobleme.

Es gab auch Berichte über andere Wetterextreme: Viele Australier teilten Bilder im Internet, die einen gewaltigen Sandsturm in New South Wales zeigten, der den Himmel verdunkelte. Laut Wetteramt wurde bei dem Sturm in der Stadt Dubbo eine Geschwindigkeit von 100 Kilometern in der Stunde gemessen.

Video: Sandsturm rollt auf Stadt zu

Wie eine Wand türmt sich der Sand kilometerweit in die Höhe. Video: Tamedia

Die australische Regierung sagte derweil der heimischen Tourismusbranche Millionenhilfen zu, um die Einbussen und Schäden im Zuge der Buschfeuer abzufedern. Für den Wiederaufbau des Fremdenverkehrs, der vor der «grössten Herausforderung der Geschichte» stehe, seien 76 Millionen australische Dollar (gut 50 Millionen Franken) vorgesehen, sagte Regierungschef Scott Morrison am Sonntag. Bereits vor wenigen Tagen hatte er 50 Millionen Dollar dem Schutz der Tierwelt gewidmet.

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