Zum Hauptinhalt springen

«Jemand hat das Flugzeug absichtlich ins Wasser gesteuert»

Ein Experte ist überzeugt, dass der Absturz des Fluges MH 370 der Malaysia Arlines geplant gewesen ist. Der Kanadier nennt Gründe für seine Theorie.

Beim jüngsten Fund handle es sich um die Hinterkante eines Flügels der vor mehr als zwei Jahren verschwundenen Malaysia-Airlines-Boeing. (7. Oktober 2016)
Beim jüngsten Fund handle es sich um die Hinterkante eines Flügels der vor mehr als zwei Jahren verschwundenen Malaysia-Airlines-Boeing. (7. Oktober 2016)
AFP
Wichtiges Beweisstück: Das Teil eines Flügels der vermissten Boeing der Malaysian Airlines wird vor der Küste von La Réunion wegtransportiert. (29. Juli 2015)
Wichtiges Beweisstück: Das Teil eines Flügels der vermissten Boeing der Malaysian Airlines wird vor der Küste von La Réunion wegtransportiert. (29. Juli 2015)
Lucas Marie, Keystone
Ebenfalls in Madagaskar angeschwemmt: Eine schwarze Lap-Top-Hülle mit dem Logo «Mensa».
Ebenfalls in Madagaskar angeschwemmt: Eine schwarze Lap-Top-Hülle mit dem Logo «Mensa».
Blaine Gibson, Handout, EPA
1 / 9

Seit der Tragödie des Linienfluges von Kuala Lumpur nach Peking am 8. März 2014 wird verzweifelt nach neuen Anhaltspunkten und Beweisen gesucht. Trotz der teuersten und spektakulärsten Suchaktion in der Geschichte der Aviatik ist der Flugschreiber noch nicht gefunden worden – von der Boeing 777 der Malaysia Airlines ganz zu schweigen.

Bekannt ist immerhin, dass das Flugzeug, in dem sich 12 Besatzungsmitglieder und 227 Passagiere aus 15 Nationen an Bord befanden, unvermittelt von seiner Route abwich. Die Suche nach dem Wrack konzentrierte sich nach und nach auf den südlichen Indischen Ozean.

Das gefundene Teil auf La Réunion

Larry Vance ist ein weltweit bekannter Fachmann, wenn es um Flugzeugunglücke handelt. Der Kanadier hat unter anderem den Absturz des Fluges Nummer 111 der Swissair in der kanadischen Provinz Neuschottland im Jahr 1998 untersucht und den abschliessenden Bericht verfasst. Er befasst sich heute intensiv mit dem Absturz des Flugs MH 370. Vance hat sich am Sonntag einem Interview des australischen TV-Senders Channel Nine gestellt und seine Auffassung für die Ursachen des Unglücks dargestellt.

«Jemand hat das Flugzeug absichtlich ins Wasser gesteuert», ist der Fachmann überzeugt. Er sagt, dass der Teil eines Flügels, die sogenannte Wölbklappe des Typs Boeing 777, die man vor einem Jahr vor der Küste von La Réunion (in der Nähe von Madagaskar) gefunden hätte, vor der Landung ausgefahren worden sei. Und dies sei der definitive Beweis, dass ein Mensch das Flugzeug vor dem Crash gelenkt habe, erklärte Vance. Der Grund, warum die Suchtruppen noch keine Trümmerteile gefunden hätten, könnte durchaus wegen einer langsamen, kontrollierten Landung sein.

Der Flugsimulator des Kapitäns

Dieser Flügelteil, vom Salzwasser des Indischen Ozeans beschädigt, soll gemäss Vance ein Indiz sein, dass der Crash von einem Piloten mit böswilligen Absichten verursacht worden sei. Der Spezialist rundete seine Theorie mit den Worten ab: «Jedermann sollte meiner Meinung nach zum Schluss kommen, dass das Unglück die Folge einer bewussten menschlichen Tat ist». Oder anders ausgedrückt: Der Spezialist glaubt nicht an ein technisches Versagen.

Die Überlegungen von Vance sind nicht aus der Luft gegriffen. Vor einer Woche wurde bekannt, dass der Kapitän der verschollenen Maschine angeblich auf seinem Computer zu Hause eine ähnliche Route simuliert hatte, die das Flugzeug schliesslich genommen hat. Dies ging aus vertraulichen Ermittlungsunterlagen der Polizei von Malaysia hervor. Die Festplatten des Flugsimulators sind inzwischen in den Händen des amerikanischen Bundeskriminalamtes FBI.

Ein weiteres Teil als Beweisstück?

Die Suche nach dem Wrack der Boeing wurde – unter lauten Protesten – Mitte Juli dieses Jahres eingestellt. Die Theorie, wonach der Pilot des Flugzeugs eine Mord-Suizid-Aktion durchführte, erhält durch die Ausführungen von Vance neue Nahrung.

Vor wenigen Tagen ist vor der Küste Tansanias ein weiteres (vermutliches) Trümmerteil des Flugzeuges entdeckt worden. Gemäss Angaben des australischen Verkehrsministers Darren Chester stamme das Stück «höchstwahrscheinlich» von der seit über zwei Jahren verschollenen Maschine des Flugs MH 370. Dies hätten Untersuchungen des Amts für Verkehrssicherheit (ATSB) ergeben, erklärte Darren am Freitag.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch